Wednesday, January 26, 2011

Entrepreneur oder Selbstständig?

Wenn man die gegenwärtige Weltwirtschaft sich anschaut fällt eins auf: Entrepreneure, die unerschrocken neue Dinge erkunden, auf die Nase fallen und wie ein Stehaufmännchen mit dem nächsten Business weitermachen gibt es überall (auch in Deutschland).

Doch was macht den Unterschied, dass der Entrepreneur-Geist in anderen Ländern, meist sogar in denen in denen die wirtschaftliche Not viel höher ist als sich das Hartz IV - Empfänger oder Politiker je vorstellen können (z.B. Kuba) soviel präsenter ist als hier in Deutschland. Wo sind die Entrepreneure alle hingekommen? Sind sie vor Jahrzehnten ausgewandert? Hat die Wende die Fördermentalität so stark in die DNA der Menschen aufgehen lassen, dass ohne Fördergelder nichts gemacht wird?

Fragen, die sich einem ehemaligen Intrapreneur und vorübergehenden Entrepreneur mit heren Zielen zur Verbesserung der Wirtschaft und des sozialen Gemeinwesens seit einigen Tagen verstärkt stellen.

Sollten alle anderen oder er blind auf dem Auge sein, das die Realität erfasst?

Entrepreneure machen sich auf die Reise in die Selbstständigkeit, wenn sie in ihrem Leben etwas erlebt haben, das sie sozusagen erleuchtet haben und der Funke das Feuer der Leidenschaft entzündet hat. Der Intrapreneur von dem die Rede ist war vor drei Jahrzehnten für ein Vierteljahr in Vancouver, British Columbia, Kanada, sich während der Umbruchphase zur Oberstufe (1. Halbjahr 11. Klasse) aufhielt.

Er lernte neue Dinge wie Cable-TV (undenkbar in Deutschland damals), Telefon-Flatrates (wann gab es denn die in Deutschland?), Apple II, Commodore VC 20, Highschool mit integrierter Förderschule, angestellten Lehrer (die von ihren Schülern schon damals bewertet wurden und jederzeit mit Kündigung rechnen konnten - wie genial wäre das, wenn nur noch die richtig fähigen Lehrer an den Schulen wären?), und stellte sich auf die kanadische Kultur ein. Während daheim die ersten Klausuren geschrieben wurden trudelten die Mitschriften (ordnerweise) über Luftpost zum Nachlernen ein.

Die Erinnerung an diese drei Monate (wenn auch größtenteils im Westküstendauerregen erlebend) hatten bleibenden Eindruck hinterlassen. So konnte also Lernen aussehen: Unterricht mit praktischen Experimenten (nicht nur in Chemie und Physik), bereichert durch die multikulturelle Zusammensetzung der Klassen, die vielfältigen Möglichkeiten des Sports (unter anderem Golf, Hockey, Weight Lifting, Track & Field, American Football - heute wäre es sicher Ultimate Frisbee (!)), sowie die Möglichkeit z.B. in den Computerkabinetten ausführlich das Gelernte zu erproben und weiterzuentwickeln. Auch standen stets Lehrer für Fragen zur Verfügung, und das sogar außerhalb ihres Lehrgebietes.

Die Erfahrungen damals waren so nachhaltig, dass der Protagonist im Januar 2008 eine Vision in Leipzig vor Mitgliedern der Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland verkündete:

"Mitteldeutschland 2023 - the fruit of small changes"

Doch wie sollte es beginnen? Hatte er eine Chance, den Wandel in einem 100.000-Mann/ Frau starken hierarchisch geprägten Unternehmen umzusetzen und in die Welt zu tragen? Sicher nicht wirklich, das wäre wie Sonnenblumen in Beton einzupflanzen ;-)

Also war nach einigen Monaten der Entschluss gefasst: selbstständig machen!

Nach dem Erfahrungen von 2002 als er dies auch bereits im Kleinen probierte, sich mit IHK Zwangsmitgliedschaft (durch die Gewerbeanmeldung, die für die Beratungstätigkeit, die er auch damals bereits durchführte nicht nötig gewesen wäre, denn sein Abschluss als Diplom-Kaufmann befreite ihn von diesem Muss) ging es diesmal knapp zehn Jahre später erneut voller Elan ans Werk.

... und wurde eingebremst. Er traute seinen Augen nicht!

Doch davon später mehr, eine Geschichte spannender als ein Krimi.
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