Monday, June 20, 2011

Kurt Weill kommt nach Hause - an die Semperoper

Heute Abend, 19.06.2011, Premiere zu "Street Scene" von Kurt Weill an der Semperoper in Dresden. Eine Inszenierung der ganz anderen Art verglichen mit "La bohème" von Puccini, die ich gestern sah (Bericht steht noch aus).

Ganz kurz mein persönliches Fazit in bewährter PresencingStatus-Manier (vier kurze Fragen):
  1. Good: eine perfekte Einführung in das Stück durch die Chefdramaturgin der Semperoper, Nora Schmid; ein sagenhaftes Aufgebot an jungen und erfahrenen Sängern, auch Solorollen von Teilnehmern aus dem Kinderchor der Semperoper und der Staatsoperette Dresden; Bühnenbild, das überbordende Eindrücke für jeden Augenblick hatte (wohin schauen?); herausragend (gespielt und gesungen) Sabine Brohm (Anna Maurrant), Carolina Ulrich (Rose Maurrant), Markus Marquardt (Frank Maurrant); eine Sächsische Staatskapelle Dresden mit Jonathan Darlington am Pult in einem Metier, das so völlig untypisch ist (Jazz und Blues orientierte Passagen); es ist bewegend das Werk eines bereits an der Semperoper tätigen Komponisten zu erleben, der 1933 aufgrund seines jüdischen Glaubens nach Amerika auswandern musste (was er wohl gefühlt haben mag, hätte er im Publikum heute gesessen?)
  2. Tricky: in der Pause traf ich einige kulturbekannte Gesichter, die mit der Inszenierung nicht wirklich d'accord gingen, doch das ist der Reiz an Oper, wenn sie emotional aufwühlt und provoziert - man muss es eben dann auch ein wenig aushalten, mit den eigenen und fremden Emotionen hauszuhalten; Orchester war ob der besonderen Besetzung (wesentlich weniger Streicher als üblich) gegenüber manchen Stimmen auf der Bühne zu dominant (insbesondere Sabine Brohm und Valda Wilson (damals Mitglied im Jungen Ensemble und inzwischen Ensemblemitglied am Oldenburgischen Staatstheater) ind besonders zu erwähnen, deren Stimmen sich wunderbar und klar von der Musik abhoben und auf Augenhöhe mit dem Orchester waren)
  3. Learned: versuche die bekannten Kritiker der Szene zu finden in der Pause und nach ihren Eindrücken zu fragen (sie können so ganz anders sein ;-)); "unbekannte" Autoren wie Elmer Rice sind es nur solange bis man neugierig einen Blick hinter die Kulissen bei Wikipedia geworfen hat (dann jedoch ergeben die Punkte einen Sinn) [manchmal frage ich mich, vorher diese unbändige Neugier bei mir kommt ;-)]
  4. Action: .... das geschieht gerade mit diesem Kurzbericht
Some feedback from the web on yesterday's premiere (as they fly in):

- from Vancouver Opera on Jonathan Darlington (conductor)
- Rezension von Deutschlandfunk, Georg-Friedrich Kühn
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