Sunday, April 26, 2020

Wie ich zu WOL aka Working out Loud kam

Vor ein paar Wochen lief folgender Tweet in meine Timeline:
Antonie Muschalek war mir schon von einem Besuch im Digitalisierungszentrum der SLUB(Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek vor einigen Jahren bekannt (wir begleiteten die Veranstaltung als HTxA - HighTech x Agency in digitaler Form). Sie gehört seit damals zu den lokalen Twitterati, denen ich auf Twitter folge, vor allem weil ihre New Work sowie Themen rund um Führungsverhalten seit Langem auch meine sind. Hinzu kam ein kurzer Blick auf den im Tweet genannten Link und ich war dabei. Doch warum begab ich mich erneut in neues unbekanntes Lernterrain? Noch dazu mit fixem Zeitaufwand und ohne "festes" Lernergebnis?

John Stepper, 2012 noch bei der Deutschen Bank AG in New York tätig, hatte die ursprünglich von Bryce Williams erwähnte Idee damals für den Unternehmenskontext weiterentwickelte. Er beschreibt WOL (Working out loud) folgendermaßen: "als einen Weg, um Beziehungen aufzubauen, die einem helfen, ein Ziel zu erreichen, eine Fähigkeit zu entwickeln oder ein neues Thema zu entdecken." (Quelle: Wikipedia). Über einen fixen Zeitraum von 12 Wochen treffen sich eine Handvoll Interessierter wöchentlich in einem sogenannten WOL-Circle, um über ihre Lernerfolge und Misserfolge den anderen zu berichten von diesen Unterstützung zu erhalten und gleichzeitig den anderen ebenfalls Hilfestellung zu geben. Eben eine besondere Art des Peer-Coaching, wie mir spontan durch den Kopf schoss.

Von Peer-Coaching erfuhr ich erstmals Anfang März 2009, als ich mich eines Tages im damals noch aktiven SelfHUB (Länderreport des Deutschlandfunk "Gutes tun und davon leben - das Berliner Zentrum für Zukunftsmacher, Jantje Hannover) in Berlin fand. Kurz zuvor war ich aus Finnland von einer Lernreise zu Tiimiakatemia zurückgekehrt wo ich eine Hochschule ohne Professoren live erlebt hatte. Etwas Vergleichbares stellte ich mir für die Bewältigung der Folgen der Finanzkrise an meinem neuen (alten) Wohnort Dresden vor. Doch ich hatte mit der Vermittlung der Idee bislang keinen Erfolg gehabt und so nahm ich das Angebot, eine Case Clinic (ein klar strukturierter Prozess zum Auffinden neuer Lösungswegen für persönliche und organisatorische Herausforderungen, entwickelt von Otto Scharmer) auszuprobieren, gerne an. Und tatsächlich einige Tage später "löste sich der Knoten" und die Idee nahm reale Gestalt in Formen an und es fand sich ein Team von Unterstützern.

Was damals im Frühjahr 2009 als einmaliges Ereignis begannt fand sich erneut im Rahmen des MOOC "u.lab - Leading From the Emerging Future" (kurzes Intro-Video mit mehrsprachigen Untertiteln auf der Plattform dotSUB) wider. Diesmal geschieht der Prozess über einen Zeitraum von 13 Wochen währenddessen sich  Coaching Circles (Besprechen von Case Clinics, die wechselseitig durch die Mitglieder der Gruppe vorgestellt werden) wöchentlich treffen (online oder physisch).

Bei WOL scheint einiges von den oben erwähnten Konzepten sich zu vereinigen und doch anders zu sein. Die Treffen sind bereits im Vorfeld durchstrukturiert und umfassend orchestriert, so dass man gemeinsam zusammen wachsen kann, Vertrauen aufbaut und sich dabei selbst und gemeinsam mit den anderen weiterentwickelt.

Was es dazu braucht ist lediglich ein "bisschen Biss" und den hat wohl jede/r von uns, oder? Neues zu erlernen war eben noch nie einfach, dranbleiben zahlt sich am Ende immer aus.

Meine kurze Reflexion zu den ersten beiden WOL-Treffen aka #PresencingStatus:
  1. Good - mutigen ersten Schritt gemacht; diverse Gruppe aus Ost und West mit 3 (w) und 2 (m)
  2. Tricky - Kommunikationsverhalten im digitalen Raum; endgültige für alle passende Zeit
  3. Learned - WOL macht alle zu TeilnehmerInnen auf Augenhöhe (unabhängig von Position, Herkunft oder Alter)
  4. Action - Hausaufgaben vor dem 3. WOL-Treffen machen; Blogpost schreiben (hiermit geschehen)



No comments: