Friday, August 21, 2020

"Das Leidenschaftliche Dutzend"

Am 26. September 2015 hieß es an zwei Dresdner Forschungsinstituten, dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und dem Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und -genetik (MPI-CBG) : Action!

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12 BloggerInnen und TwitterInnen aus der näheren und weiteren Umgebung (u.a. aus Hamburg, Jena und Berlin) hatten die Einladung zum 1. Dresdner #ScienceTweetup im Rahmen des Lichtjahr 2015 bzw. LichtjahrDD angenommen und schickten sich an, den Samstag wie einige Forscher zu einem außergewöhnlichen digitalen Arbeitstag zu machen.

Seit geraumer Zeit veranstaltet die Helmholtz-Gemeinschaft solche Science Tweetups mit dem Ziel, die oft millionenschweren Forschungsinstallationen, -einrichtungen und deren Arbeit einem breiteren Publikum als nur dem eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs und der Wissenschaftsgemeinschaft näher zu bringen. Im Rahmen des Dresdner Lichtjahr (#LichtjahrDD ist der Hashtag in den bekannten sozialen Netzwerken), das sich einbettet in das von UNESCO und United Nations ausgerufene International Year of Light 2015 sind die beiden Institute als Partner involviert.

Warum wurden BloggerInnen und TwitterInnen eingeladen? Warum nicht vornehmlich FachjournalistInnen? Warum "nur" ein Dutzend?

Fragen, über die es sich lohnt einen Moment nachzudenken. Sicher, FachjournalistInnen kennen die Materie und den Fachjargon, doch wird dies ein Zwölfjähriger verstehen oder eventuell die eigene Oma? Welche Perspektiven eröffnen sich, wenn 'Fachfremde' sich dem Thema nähern? Was gibt es Neues zu entdecken, das zwar bekannt doch sich mit anderen Lebenserfahrungen der Teilnehmer in einer unbekannten Weise verbindet?

Lassen wir die Bilder des Samstags und einige Eindrücke in aller Kürze über ein Storify (eine visuelle Zusammenfassung der getwitterten Eindrücke, die mittels eines Hashtags oder Suchausdrucks zusammengefasst werden) vorüberziehen.

In Momenten in denen man das Unbekannte auf sich zukommen spürt (Wer kannte schon die ELBE oder DRACO?) sind Vorstellungsrunden wie am Morgen im HZDR in Rossendorf das "Beste" was passieren kann. Beim aufmerksamen Zuhören lassen sich Stichworte aufschnappen, die sich mit eigenem Erleben verbinden. Es bietet sich die Gelegenheit zum kurzen Gespräch und schon hat man erfahren, was es mit MINTIKI auf sich hat - Lernen durch Lehren (LdL) für die Kleinsten. Es ließe sich fast von #ShapedSerendipity sprechen, wenn dies nicht ein Einfall bliebe an diesem Tag.

Und so sollte es kommen. Nachdem es in zügiger Fahrt von Rosendorf im Schönfelder Hochland mit schwarzen Limousinen nach Dresden-Johannstadt gegangen war stand der 2. Teil des ScienceTweetups bevor. In den von finnischen Architekten gestalteten und im Inneren in nordeuropäischen Steingrau gehaltenen Räumlichkeiten wurden die Besonderheiten der offenen Architektur erläutert, die einen Wissensaustausch unterschiedlicher Forscher und Forschergruppen nicht nur möglich, sondern schier unumgänglich machen.

Fischzuchtanlage MPI-CBG
In der riesigen Aquariumanlage erfuhr man nicht nur, dass die Anlage einem rigorosem Tag-Nacht- und Befütterungszyklus unterliegt und tropischen Wassertemperaturen frönen (siehe Bild), sondern auch dass besonders Zebrafische (neben der Fruchtfliege, die wir alle aus der Küche kennen) zu den beiden Modellorganismen am MPI-CBG zählen.

Ihr relativ einfach aufgebauter Organismus und schnelle Fortpflanzungszeit machen sie geeignet für Forschungsfragen im Bereich der Grundlagenforschung. Eine Geschichte am Rande: als in der Bauphase des MPI-CBG einer Direktoren auf einem Inspektionsbesuch vor Ort war fuhr er mit dem Taxi vom Flughafen zum Institut. Die ersten paar Minuten war der Taxifahrer zurückhaltend und ließ seinen Fahrgast erzählen. Als das Thema auf Zebrafische kam war er jedoch nicht mehr zu halten. Schnell stellte sich heraus, dass er ein Experte auf diesem Gebiet war und so war er vom Taxi weg als Leiter der Fischzucht am MPI-CBG, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem frühen Stadium befand engagiert (Merke: keine Gesprächsgelegenheit ist noch so abwegig, als dass sie nicht zu Größerem und Unerwartetem führt).

Ob auch nach fast fünf Jahren ein Presencing Status möglich ist? Versuchen wir es:

  • Good - Möglichkeit, faszinierende Großforschungsinstallationen von Innen erkunden.
  • Tricky - Ehrlich gesagt kann ich kann mich an nichts erinnern.
  • Learned - Nehme die Gelegenheit wahr (hier: Teilnahme), die sich ergibt.
  • Action - Vor fünf Jahren diesen Blogbeitrag geschrieben und heute ins Internet gestellt.