Friday, November 14, 2014

SmartCityDresden - Was möchten Bürger, Stadtverwaltung, Unternehmen wirklich?

Die zweitägige Veranstaltung THINK! Smart City Dresden, die im Rahmen des Wissenschaftsjahr 2014 Ende vergangener Woche in den Technischen Sammlungen Dresden stattfand zeigte eines:

"smart" assoziiert in den Köpfen der Meisten von uns, dass alles mit dem Thema "smart" in der einen oder anderen Form mit dem "Smart"-phone zu tun hat.

Doch ist es das wirklich?

Mentale Modelle von uns, wie das oben beschriebene bewirken, dass Dinge um uns herum unverzüglich in bestimmte Schubladen in unserem Kopf verpackt werden, ohne dass wir noch weiter darüber nachdenken warum dies so ist. Man spricht auch landläufig von Vorurteilen. Sind diese erst einmal angetriggert fühlen sich all diejenigen ausgeklammert, die kein Smartphone (ich übrigens selbst bis vor wenigen Wochen nicht) besitzen oder aus bestimmten Gründen keines besitzen möchten.

Bilderwand im Foyer der Technischen Sammlungen Dresden

Was zunächst wie eine Technologieveranstaltung aussieht, immerhin handelt es sich beim dem Mitveranstalter Silicon Saxony e.V. um das größte europäische Cluster der Mikroelektronik in Europa, erschließt sich bei näherer Betrachtung als ein bürgernäheres Projekt als zunächst erwartet.

Seit einigen Jahren gibt es den Integrieren Stadtentwicklungsplan (INSEK) der Landeshauptstadt Dresden, der 2002 erstmals durch den Stadtrat bestätigt worden ist und seitdem kontinuierlich fortgeschrieben wird. Inzwischen erfolgt die Fortschreibung unter dem Namen "Zukunft Dresden 2025+" mit mehreren Schwerpunktfeldern der Stadtentwicklung, die bereits 2012 in einer Bürgerbeteiligung (mit zahlreichen veröffentlichen Vorschlägen Dresdner BürgerInnen) Ausdruck fand. 2013 fand sich die Landeshauptstadt Dresden mit Silicon Saxony e.V. zusammen, um das Konzept einer "klugen" Stadt weiter voranzubringen, wie dem Computer-Oiger (einem sehr lesenswerten Blog zu technologierelevanten Themen rund um Dresden) im Juni 2013 zu entnehmen war. Der 8. Silicon Saxony Day einige Tage später des gleichen Jahres brachte dann den Anstoß, über einen geführten Design Thinking Prozess, erste Ideen für Prototypenfelder zu entwickeln.

Mit einem Schärfungsversuch wurde am vergangenen Donnerstagabend in den Technischen Sammlungen Dresden nach einigen Impulsvorträgen und einer Live-Skype Schaltung nach Berlin (da aufgrund des Lokführerstreiks keine Züge fuhren) zum Deutschen Institut für Urbanistik der Boden für die Workshops und anschließende Publikumsdiskussion bereitet.

"Welche Bilder und Begriffe verbinden Sie mit einer Smart City Dresden? Welche Besonderheiten hat Dresden für die Entwicklung zu einer Smart City Dresden?"

"Welche Handlungsfelder sollten weiter adressiert werden? Inwieweit kann eine Periodisierung erfolgen?"

"Was sind die nächsten Schritte? Welche Kooperationen sind wichtig? Wie können Bürgerinnen und Bürger Teil dieser Entwicklung werden?"

Dass es in Dresden bereits eine Vielzahl von "smarten" Lösungen innerhalb des Stadtraums gibt, die wir schon längst mehr wahrnehmen, von der mit RFID-Chips ausgerüsteten Mülltonne bis zu einigen verkehrlichen Lösungen wie dem Verkehrsmanagementsystems VAMOS (Liste einiger Projekte auf Dresden.de) ist uns möglicherweise nicht so bewusst. Für Lösungen diesen Umfangs bedarf es durchaus starker Partner wie der TU Dresden und den Unternehmen, die sich im Silicon Saxony e.V. zusammengeschlossen haben.

Wenn es darum geht, kleinteiligere Bürgerbelange durch clever eingesetzte Technik, ob es sich um die altersgerechte Wohnung mit Bewegungssensoren oder (semi-)automatischer Heizungs- und Fenstersteuerung, die Vernetzung von Kunst- und Kulturorten innerhalb der Stadt, oder dem smarten Studienbegleiter auf dem Smartphone handelt - es gibt zahlreiche Möglichkeits- und Umsetzungsfelder, die auf Umsetzung warten. Die vier im Rahmen der öffentlichen Diskussion am Freitagabend vorgestellten Projektideen gab einen ersten Eindruck von dem, was auch in Dresden möglich ist. "Wir haben die Kompetenzen des gesamten Prozesses in Sachsen, um Smart Cities zu realisieren.", so Michael Kaiser, Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden.

Was es heißt, das kreative Potential der Bürgerschaft dieser Stadt zu entfachen und die Bürgerbeteiligung über Generationen, Herkunft und Bildung möglich zu machen, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten im Rahmen der Dresdner Debatte offenbaren können.

Otto Scharmer

* oft entwickeln sich diese aus Fragen, warum bestimmte die Bürgerinnen und Bürgern betreffende Vorgänge in einer Stadt nicht einfacher verlaufen können.

(Fast) unbegrenzter Möglichkeitsraum (gesehen vom Turm der Technischen Sammlungen Dresden

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