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Wednesday, August 17, 2016

Mindestlohn - überflüssig oder notwendig?

Am 28. Juli 2016 stellten Staatssekretär Stefan Brangs, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehrs (SMWA) und Prof. Dr. Lutz Bellmann, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ca. zwei Dutzend Fachpressevertretern den "Forschungsbericht - Mindestlohn: Längsschnittstudie für sächsische Betriebe" vor. Hintergrund waren die Auswirkungen, die die generelle Mindestlohneinführung zum 1.1.2015 auf die sächsische Wirtschaft seit dem hatte. Grundlage der Datenbasis ist das IAB-Betriebspanel,  das seit 1996 auch für die ostdeutschen Bundesländer erstellt wird und für den speziellen Forschungsbericht entsprechend erweitert worden war.
Prof. Dr. Lutz Bellmann (2.v.l.), Stefan Brangs (2.v.r.)
Das Kurzfazit von Prof. Dr. Lutz Bellmann lautete "Keine anderen Bundesländer sind so stark (vom Mindestlohn) betroffen (wie Sachsen)".

Bereits 2014 (vor der Einführung des generellen Mindestlohns von 8,50 €) wären bei einer Einführung des Mindestlohns zu diesem Zeit ca. 31% der sächsischen Betriebe davon betroffen gewesen, da sie mindestens einen Arbeiternehmer mit einem Stundenlohn unter dem geplanten Mindestlohn beschäftigten. Mit Einführung des Mindestlohns gaben 44% der Betriebe an, dass dies Auswirkungen auf ihr Lohngefüge (nicht nur die Arbeitsverhältnisse mit Stundenlöhnen mit weniger als 8,50 €, sondern auch entsprechende Höherstufungen anderer Stellen (Stichwort: Lohnspreizung), um das Lohngefüge innerhalb der Unterhmung ausgeglichen zu halten).

Wesentlich geringer fiel die Auswirkung auf die Anzahl der Beschäftigten aus, die mit 13% (2014) bzw. 16% (2015) angegeben wurde.

"Warum Sachsen so stark?", so Prof. Dr. Lutz Bellmann - eine Frage, die auf den ersten Blick nicht einfach zu beantworten ist. Bei genauerem Betrachten fallen mehrere Aspekte auf, die für Sachsen eine entscheidende Rolle spielen:
  • Trotz des in der volkswirtschaftlichen Theorie gelehrtem "freien Spiel der Marktkräfte" (Tarifvertragsparteien) von dem in Deutschland ausgegangen wird, liegt Sachsen mit einer durchschnittlichen Tarifbindungsquote von ca. 23% eine besondere Situation vor. Dies bedingt, dass Löhne und Gehälter individuell zwischen den Arbeiternehmern und Arbeitgebern ausgehandelt werden oder Haustarifverträge in geringem Maße zur Anwendung kommen.  Die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmerseite ist u.a. aufgrund der geringen Tarifbindung schwächer.
  • Sachsen war unmittelbar vor der Wiedervereinigung (und in den Jahrzehnten zuvor) industrielles Kernland mit einem umfassenden Kapitalstock (Unternehmen, Infrastruktur) und einer sehr gut ausgebildeten Arbeitnehmerschaft. Höhere Löhne zogen in den vergangenen Jahrzehnten in hohem Maße Fachkräfte in Richtung Westdeutschland ab. Eindrucksvoll war bei der Ansiedelung von BMW in Leipzig und für die Region vergleichsweise hohen Tariflöhnen (wenn auch auf ostdeutschen und somit niedrigerem Niveau als im Westen) zu erleben, wie ehemals "ausgewanderte" qualifizierte Fachkräfte wieder nach Sachsen zurückkehrten
  • Die "Randlage" Sachsens zu Polen und Tschechien bedingt unmittelbar eine Preiskonkurrenz, die sich für einheimische Unternehmen durch eine Tendenz zu niedrigeren Löhnen ergibt, und durch die geringe Tarifbindung noch verstärkt wird
  • Als weiterer Grund wird eine "geringere" Produktivität von ca. 70% gegenüber den westdeutschen Unternehmen für sächsische Unternehmen (als Grundlage hierfür wird u.a. die Umsatzproduktivität in Form von Umsatz pro Mitarbeiter angegeben (siehe IAB Betriebspanel 2015, S. 93) herangezogen - ob dies der tatsächlichen Produktivität ist bleibt zu hinterfragen
  • Zusätzlich, und das führte Prof. Dr. Lutz Bellmann kurz aus, ist die Exporttätigkeit von Unternehmen in engem Zusammenhang zu gezahlten Löhnen und Gehältern zu sehen. Exportorientierte Unternehmen zahlen in der Regel höhere Löhne als ausschließlich lokal und national tätige Unternehmen.
Trotz aller Negativszenarien vor Einführung des Mindestlohns von 8,50 € wie z.B. in der vom Freistaat Sachsen beauftragten Studie "Auswirkungen des geplanten Mindestlohns auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Sachsens Kreisen und kreisfreien Städten" des ifo Institut 2014 (siehe links) ist (zum gegenwärtigen Zeitpunkt) für Sachsen kein signifikanter Mindestlohneffekt auf den Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter, geringfügig Beschäftigter und freier Mitarbeiter in Sachsen und Ostdeutschland zu verzeichnen.


Was zum Zeitpunkt der IAB Studie 2016 zu beobachten ist:
  • eine Erhöhung der Stundenlöhne oberhalb von 8,50 €
  • eine geringe Reduktion der Arbeitszeit (nicht signifikant zur Zeit)
  • höhere Absatzpreise
  • kein signifikanter mindestlohnbedingter Effekt auf die Beschäftigung in Sachsen.

Trotz der offensichtlich nicht signifikanten negativen Auswirkungen des Mindestllohns auf den sächsischen Arbeitsmarkt und die Wirtschaft blieben Fragen der Medienvertreter nicht aus, wie z.B. "Ist eine Differenzierung nach Kreisen und kreisfreien Städten bei den Zahlen möglich, um ein differenziertes Bild der Auswirkungen zu erhalten?". "Nach aktueller Datenlage nicht möglich", so Prof. Dr. Lutz Bellmann. Aus welchen Gründen eine (anonymisierte) Datenerfassung in relativer Echtzeit (z.B. monatlich) und differenziert nach Kreisen und kreisfreien Städten bislang nicht möglich ist, um eine höhere Transparenz und somit Durchlässigkeit des Arbeitsmarkt zu ermöglichen, bleibt eine der offenen Fragen, die die Vorstellung der Studie hinterließ. Zugleich machte es Mut, dass Digitalisierung mehr und mehr als Chance für Unternehmer, Unternehmen und Städte und Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger erkannt wird.

Auch die Auswirkungen der Digitalisierung für die sächsische Wirtschaft wurden hinterfragt. Neben neuen digital getriebenen Geschäftsmodellen (wobei diese sehr differenziert in den unterschiedlichen Branchen zu sehen ist) werden auch innerbetriebliche Produktions- und vor allem Kommunikationsprozesse durch Digitalisierung nicht nur vereinfacht sondern wertschöpfend erweitert werden können. Um dies zu gewährleisten braucht es engagierte und angemessen bezahlte Arbeitnehmer. Der Mindestlohn kann, auch wenn er vorübergehend die Gesetze des Marktes durchbricht, als untere Ebene verstanden werden, um Arbeit und Beschäftigung in Sachsen zu entwickeln, die ein Leben in allen Regionen des Freistaates auskömmlich machen. 

Der PresencingStatus (Kurzreflexion entstanden aus dem Presencing Institute, das zur Zeit zum wiederholten Male den kostenfreien MOOC U.Lab - Transforming Business, Society and Self anbietet) für das Thema Mindestlohn in Sachsen:
  • GOOD - Mindestlohn (ca. 1.400 € monatlich bei einer Vollzeitstelle) stellt eine "Sittlichkeitsgrenze" (Staatssekretär Stefan Brangs) dar; Ausgangslage, um bei sächsischen Unternehmen "Innovationsdruck", Internationalisierung und Skalierung der Geschäftstätigkeit unter Zuhilfenahme von Digitalisierung zu ermöglichen; Vorbereitung auf den Zeitpunkt 2020 (Auslaufen von Solidarpakt II und Rückgang ESF/EFRE-Förderung durch EU); besonders niedrigqualifierte ArbeitnehmerInnen durch Mindestlohn "verdrängt"
  • TRICKY - Mindestlohn von zahlreichen Akteuren als Eingriff in die Tarifautonomie und unternehmerische Entscheidung gesehen; Ad-Hoc-Reaktionen der Unternehmen (Stundenreduktion, keine Neueinstellung); "Lohnspreizung" kritisch gesehen
  • LEARNED - lediglich 23% der sächsischen Unternehmen unterliegen der Tarifbindung (stark abgenommen seit Mitte der 90er Jahre); Löhne und Gehälter in Deutschland  intransparent (außerhalb von Tarifverträgen)
  •  ACTION - Vermitteln des Nutzens von Digitalisierung (Prozesse innerhalb von Unternehmen, insbesondere zu Kommunikation; Nutzung für Außendarstellung, dass man im Internet gefunden wird); Entwickeln und Umsetzung neuer digitaler Geschäftsmodelle (zusätzlich zu den vorhandenen) für sächsische Unternehmen, die nicht im Technologie- und Hightech-Bereich zu finden sind (z.B. Tourismus, lokale Manufakturen, Spezialgerätehersteller)
Wie lässt sich der Mindestlohn als "Startbahn" für einen zukünftigen ökonomisch und gesellschaftlich prosperierenden Freistaat Sachsen nutzen (insbesondere,da Sachsen mit 2020 aus der bisherigen Förderung durch die EU und Beendigung des Solidarpakt II heruasfällt)? - eine Frage, die alle Akteure im Freistaat in der einen oder anderen Art beschäftigt.

Weiterführende Informationen inklusive der Studie sind der Medieninformation des SMWA hier zu entnehmen (im PDF-Format mit direktem Link auf den Forschungsbericht des IAB).

SMWA auf Twitter von der Fachpressekonferenz "Mindestlohn in Sachsen"



Monday, May 30, 2016

SachsenIndustrie40 - Sachsen stellt sich auf - ein Nachbericht und Ausblick

Mit der Aussage - Arbeitskräfte sind bei Effizienzsteigerung und ohne Wachstum nicht zu halten – ist die Konferenz „Industrie 4.0 – Sachsen stellt sich auf“ in der letzten Märzwoche in Dresden zu Ende gegangen. Ohne Digitalisierung und sich daraus ergebende neue und skalierbare Geschäftsmodelle wird die sächsische Wirtschaft nicht in der Weltspitze bleiben können - so die allgemeine Stimmungslage.

In seinem Eröffnungsvortrag hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich zunächst betont, dass die Voraussetzungen für die Zukunft der sächsischen Wirtschaft gegenwärtig nicht besser sein könnten.  Die hervorragende Wissenschafts- und Hochschullandschaft sowie die industriellen Voraussetzungen liegen in Sachsen umfassend vor. Zugleich hat er die anwesenden sächsischen Unternehmer ausdrücklich aufgefordert, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und Vernetzungen über die traditionellen Branchengrenzen hinweg aufzubauen, um im internationalen Wettbewerb ganz vorne mitspielen zu können. In diesem Kontext wies er darauf hin, dass "die Geschwindigkeit in China auch nicht vor neuen Technologien und deren Umsetzung Halt machen wird“.

Für die rund 400 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stellten sich Fragen wie „Wie kann den mittelständischen Unternehmen in Sachsen die digitale Transformation gelingen?“ oder „Wie wird Unternehmen geholfen, sich auf die Transformation in Richtung Industrie 4.0 vorzubereiten?“ Auf diese und andere Fragen haben Impulsvorträge und moderierte Workshops mögliche und machbare Zukunftspfade aufgezeigt. Darüberhinaus hat es zahlreiche Anregungen gegeben, aktuell sich ergebende wirtschaftliche und soziale Herausforderungen und gesetzliche Gegegebenheiten (wie z.B. Tarifverträge, Datenschutz, Cyber Security) entsprechend abzustimmen und weiter zu entwickel und so die positive Entwicklung auch im Kontext der Zukunft der Arbeit (gleichnamiger Titel von Prof. Jutta Rump beim Arbeitnehmerempfang des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr am 28.04.2016 in Dresden) zu fördern.

Dr. Henning Kagermann, Präsident acatech GmbH
Henning Kagermann, ehemaliger SAP Vorstand und Leiter der acatech, betonte in seinem Eingangsvortrag, „Es liegt nicht an der Analyse in Deutschland, sondern an der Umsetzung!“. Diese Einschätzung zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Tag. Insbesondere im Kontext der kleinteiligen und oft nicht tarifgebundenen sächsischen Wirtschaft ergeben sich besondere Herausforderungen für die digitale Transformation in Sachsen. Die sächsischen Unternehmen sind zwar weltweit bekannt für ihre Maschinenbau- und Ingenieurexpertise, die digitale Transformation ihrer Wertschöpfungskette jedoch stellt für die einzelnen Unternehmen eine weitaus größere Herausforderung dar, als dies für Großunternehmen mit entsprechenden Ressourcen der Fall ist.

Während seines Vortrags betonte der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, Reimund Neugebauer die Wichtigkeit der schnellen Datenübertragung bei immer komplexeren Produktionsprozessen, die in Richtung "Losgröße 1" zielen. Dass "Losgröße 1" nicht nur ein theoretisches Ziel ist zeigen mittelständische Industrieindustrieunternehmen aus Sachsen wie z.B. die KAMA GmbH mit ihren Lösungen für kleine Losgrößen im digitalen Druck- und Verpackungsbereich zur Zeit auf der drupa2016.

Fraunhofer Präsident Reimund
Neugebauer zu 5G (neuer Mobilfunk-
standard)
Dass die umfassende Digitalisierung noch (immer) nicht im allgemeinen Leben ankommen ist trotz TDSL und 5G (das 5G Lab Germany erforscht an der TU Dresden hierzu Technologien und Anwendungsszenarien) zeigt die laufende Initiative „Sachsen Digital“. Dies war vom SMWA angestoßen worden, um landesweit, auch in den ländlichen Räumen, schnelle Breitbandverbindungen zu ermöglichen. Einer der Gründe hierfür ist, dass die großen bekannten Telekommunikationsanbieter aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte die bisherigen Geschäftsmodelle (braucht es an dieser Stelle neue?) nicht profitabel umgesetzt sehen und so mit einem Netzausbau zögern. Frei verfügbares WLAN während Konferenzen ist ebenfalls noch kein Standard, doch künftig ein entscheidender Pluspunkt für Konferenzen, um die Vernetzung von Teilnehmern, Branchen, Clustern noch einfacher und schneller zu ermöglichen, sowie den Wissensaustausch in Echtzeit über verschiedene Räume, Themen und Branchen fließen zu lassen.

Alles in allem hat es sich bei #SachsenIndustrie40 um eine gelungene Veranstaltung gehandelt, die gezeigt hat, dass das Thema Industrie 4.0 angekommen ist und Sachsen der Zukunft und den digitalen Herausforderungen mutig und entschlossen gegenüber steht bzw. stehen.

Autoren:
Angela Incampo und Ralf Lippold


Weiterführende Links:


Ausblick auf kommende Veranstaltungen mit Industrie 4.0 - Bezug:




Friday, April 12, 2013

Fraunhofer COMEDD - We Design the Future of Light

Auch oder gerade weil Dresden etwas abseits der großen Technologie-Zentren der Welt liegt geschieht hier viel, was aufhorchen lässt. So hatte erst vor wenigen Wochen die neuartige Datenbrille von Fraunhofer COMEDD, dem im Sommer vergangenen Jahres selbstständig gewordenen Teil von Fraunhofer IPMS, der sich eingehend mit OLED und Mikrodisplay-Entwicklung beschäftigt, für Furore gesorgt. Auf der CeBIT wurde mit der neuartigen Datenbrille mit bi-direktionalem Display der Innovationspreis IT 2013 gewonnen.

Dass hier am Standort, nahe des Flughafen Dresden, in einem bereits zu DDR-Zeiten etablierten Mikroelektronik-Clusters (Google Book Ausschnitt von "Entstehung und Entwicklung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters", Silvio Püschel), mehr passiert machte die Anwesenheit der Staatsministerin für Kunst, Technologie und Wissenschaft Prof. Sabine von Schorlemer deutlich.

Prof. Karl Leo (li), Staatsministerin Prof. Sabine von Schorlmer (re)
Nicht nur die neue Pilotanlage, die mit ihrem Investitionsvolumen von rund 2,5 Mio EUR in großen Teilen aus EFRE-Mitteln der Europäischen Union und Geldern der Fraunhofer Gesellschaft finanziert sondern auch der offizielle Start von COMEDD waren Anlass genug nach Dresden zu laden.

Staatsministerin Prof. Sabine von Schorlemer betonte die Wichtigkeit derartiger Initiativen, um "ganz neue Wertschöpfungsketten entstehen zu lassen".

Ihre Worte in Richtung der deutschen Regierung und Europäischen Kommission und das Aufbrechen des Blicks auf den Binnenmarkt in Bezug auf KET (Key Enabling Technologies) zum Globalen Marktes zeigten wieder, dass der Freistaat Sachsen mit großen Schritten in Richtung Zukunft zielt.

Nun heißt es aus diesem Impulsen aus der Politik die nächsten umsetzbaren und für die Systemdynamik relevanten Schritte zu machen, um Sachsen als Hochtechnologiestandort und - partner in der Welt bekannt zu machen.

Eine Lasershow rundete den Abend ab und ließ den Teilnehmern Zeit um Erden und das Gehörte und Gesehene (es gab während der kompletten Veranstaltung Führungen durch Showroom und Reinraum, um einen Eindruck zu gewinnen, was mit organischer Elektronik und OLED künftig noch möglich ist.



Sunday, January 20, 2013

Exzellenz und Nutzung künftiger Möglichkeitsräume


Heute am dritten und letzten Tag der Karrierestart, einer der größten Messen zu Karrierethemen in Deutschland, hieß es ab 11 Uhr: "Unternehmerfrühstück". Nachdem im vergangenen Jahr Vorträge von Referenten aus München und Hamburg zu erleben waren, stand diesmal Lokales auf dem Programm.

Der Bürgermeister für Wirtschaft der Landeshauptstadt Dresden, Dirk Hilbert, führte in den Morgen ein bevor der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen über die "Exzellenzuniversität TU Dresden, Ursache und Auswirkung" berichtete.

Einige Zitate von Herrn Prof. Müller-Steinhagen, die viele der anwesenden rund 200 Gäste aufhorchen ließen (nicht vollkommen O-Ton): "Alles was wir haben ist hier zwischen unseren Ohren", "Vorsprung vor unseren Wettbewerbern - wenn wir den nicht halten verlieren wir unseren Lebensstandard", "Wenn Sie einmal nach Asien schauen. Bildung ist dort ein Top-Thema, das mit wesentlich höherem Einsatz vorangetrieben wird, als das bei uns der Fall ist."

Was also ist zu tun? Sachsen seit Jahrhunderten stets bekannt für unkonventionelle Lösungen sollten auch auf diesem Gebiet einige umsetzbare Ideen bereits in der Umsetzung haben.

Es folgte ein kurzer Abriss über die Geschichte der TU Dresden:

Vergangenheit: 185 Jahre alt • 80% der TU im Febr. 1945 zerstört • seit 1990 Volluniversität • 50% Mitarbeiter entlassen in 1990 (!)

Gegenwart: Fünftgrößte Universität Deutschlands • "TU Dresden wächst und wächst" • 126 Studiengänge • Patentanmeldungen: 116 (2011)

Zukunft:  Kultur und Wissen - wenn nicht in Dresden, wo dann? • Rang 100 (288 (2012), 340 in 2011) Ranking Top Universities • "Das Wissen darf nicht für die Schublade erarbeitet werden, sondern muss wirtschaftlich nutzbar gemacht werden!" • 15 Ausgründungen, an denen TU Dresden Anteile hält (und es sollten mehr werden)

In einem Satz zusammengefasst. "Die ganz großen Herausforderungen der Menschheit können wir nur im Zusammenspiel der unterschiedlichen Disziplinen lösen" und dazu kann (auch) die TU Dresden, wie auch andere Bildungsinstitutionen in der Landeshauptstadt Dresden eine gewichtige Rolle im internationalen Wirtschafts-konzert spielen.

Life Science • Information Technology • Intelligent Materials • Kultur & Knowledge • Energy & Sustainability - the five pillars of the TU Dresden, clearly setting a tone for the future of #Abundance

Dass Dresden und die TU Dresden auch in der Welt ankommen sind zeigt der Artikel in der NY Times vom  2013-01-14 - ein Beginn auf den sich mit vielen kleinen, mittleren und großen Steinen der Zusammenarbeit ein globales Netzwerk der gemeinsamen Kooperation zur Lösung der ganz großen Herausforderungen der Menschheit aufbauen lässt.

Der "Dresden Spirit", man spürte ihn heute morgen und auf einem anschließenden Rundgang auf der Messe. Nun heißt es "lediglich" die vielen Einzelsteine und Aktivitäten für das große Ziel zusammenzufügen:

The World being Drawn to Saxony - as August the Strong made it already happen   


Sunday, March 13, 2011

... Elektronen rocken um die Wette

Aktuell: Mehr unter #DPG11 und Medienecho der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Heute Abend beginnt sie, die Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft an der Technischen Universität Dresden. Ich werde die kommenden Tag live von dort berichten. Doch wird mein Physikwissen aus der Oberstufe von vor knapp 30 Jahren reichen, auch nur annähernd zu verstehen, um was es geht?

Die gleiche Frage stellte ich mir im vergangenen Herbst beim ersten bewussten Besuch einer Ballettaufführung des Semperoper Balletts. Ich hatte kurze Ausschnitte des angesprochenen Programms beim Preisträgerkonzert 2010 gesehen und mein neugieriges Entdeckerherz schlug höher. Ein paar Szenen und Töne hatten sich mir wie Kletten genähert und ließen mich nicht mehr los. Das so scheinbar Unbekannte hat stets die Chance, sich mit den eigenen Erfahrungen und dem in Kopf und Herz verborgenem Wissen zu verbinden. Dazu muss man es einfach auf ein Zusammentreffen ankommen lassen und "die Bereitschaft zur Innovation erhöhen und das Bewusstsein stärken..." (Dr. Ulrike Hessler, Intendantin der Sächsischen Staatsoper Semperoper Dresden im Vorwort der Saisonvorschau 2011/2012)

So wird es mir in den kommenden Tagen ganz ähnlich gehen, wenn ich in die Vorträge und Plenarsitzungen eintauchen werde und hier und auf Twitter bzw. Facebook meine Gedanken aufschreibe.

Im Kontext der kommenden Tage kommt mir die Semperoper wie ein "Turbobeschleuniger" oder "Hot Spot" vor, der "Altes und Neues, Tradition und Innovation, Nationales und Internationales.." (Dr. Ulrike Hessler, Intendantin der Sächsischen Staatsoper Semperoper Dresden im Vorwort der Saisonvorschau 2011/2012) verbindet - und das auf engstem Raum. Ein Mikrokosmos sozusagen! Erst vor einer Woche wurde mir dies wieder deutlich. Besonders Semperoper Ballett  mit der Performance "Silent Spring" steht dafür - das dynamische Zusammenspiel der 24 Ensemblemitglieder ließ immer wieder Erinnerungen an lang zurückliegende Physikunterrichtsstunden aufblitzen. Dies ermöglichte erst neue Denkmöglichkeitsräume, die in sich ständig beschleunigenden Zeiten wie diesen nötig sind, um mit den Veränderungen Schritt zu halten.

Dass Sachsen nicht nur ein Ort der Kultur und Geschichte ist sondern gerade und besonders (bedingt durch seine Geschichte) stets ein Ort der Zukunftstechnologie war, ist und sein wird, zeigte vergangene Woche das 10-jährige Jubiläum von Silicon Saxony, einem Zusammenschluss der IT- und Microchipunternehmen nebst seiner Zuliefererindustrie.

Und so wird sich zeigen, wie die unterschiedlichsten physikalischen Themen im größeren Kontext sich in Dresden über Grenzen verbinden lassen.

Themen der kommenden Tage werden sein:

Materialforschung und Quantencomputer
Bionik und Strahlentherapie
Sicherheitspolitik und Kalter Krieg
Elektromobilität und „Climate Engineering"
Finanzblasen und Massenbewegungen
... mehr

Am Montag, 14.03.2011, 20 Uhr sei der Einstein Slam empfohlen für alle Interessierten.

Friday, December 31, 2010

... a few thoughts for a finishing year

2010 is just having an open gap of a few minutes. ChrisBrogan has inspired me just a couple of minutes ago to do similar (not just copy & paste).
For me there are also three ways to reflect about the past 365 days.

Put down your thoughts
Tell the world your accomplishments
Do a PresencingStatus (as learned by OttoScharmer)

    1. Thoughts about the past and how they connect to this very last day of the year
    • This morning I learned from a mate in the Singularity Network on Facebook that he got Lyme-Disease (after 1.5 year undiscoverage). Reminded me of my own fight with that some eight years ago - and the power of experts who know only about their specific fields. Enabling the open flow of knowledge sharing will be the future.
    • After the new director, Dr. UlrikeHessler, had taken over operation of the Semperoper. A personal visit to the Day of the Open Door at Semperoper, and got hooked on something my mother some twenty years back tried to teach me. The learner only learns when the learner is ready to learn!
    These small unnoticed events are what I am passionate about, helping friends and clients. These kind of events fill me with grace when I see that felt problem emerges into a future chance due to minor interventions. So in the end it is a win-win-win situation!

    2. This year's two accomplishments that have taken place are around my broader vision to "create a place where people truly can play to their strengths and skills" (as stated on 14th of January 2009 up at TeamAcademy in Jyväskylä during a leadership workshop, verified by a dear friend).
    • In spring we managed to get a 800 sqm ballroom for three months (for free (!)) to prototype new forms of working, which is called CoWorking. All started with somebody asking one (!) day before Xmas in 2009 whether I would know some space to run a birthday party for 50 people. He asked me, because I am somewhat connected in the city of Dresden, whether I would know some place. I couldn't (rather let the problem stay on his side, as well as the solution) and told him a name that is active in the party life in Dresden. The story in short seen here. It turned out that this guy happened to come over to our office, LockOffice, back in January. I asked whether the other one had phoned him. And yes, he had done so and they had the party in the ballroom (that actually was not open to the public). This arouse my curiosity even further when I was sort of forced to leave the LockOffice end of April. So we moved into a beautiful ballroom in the first week of May, and called it CoOrpheum. The story ended now as a new tenant entered the game after the creatives had created the foundation and visibility as well as put some "stones" of the past out of the way (in conversations with city officials). 
    • The second accomplishment I remember very well of the past year went jointly together with the visit of RayKurzweil at the 4th Dresden Future Forum, where I held a workshop together with RainerWasserfuhr about LongBetOne. We met RayKurzweil in person and he wished us all the best for the ambitious goal of implementing a European hot spot on the emerging technological advances, SingularAcademy. I deeply have to thank MarcellaGaeb and ThomasKoeplin for making this all possible!!!
    • People whom I am thankful to have met
    3. The final PresencingStatus of the year 2010:
    • Good: staying with persistence on track to make my vision to become reality 
    • Tricky: dealing with all the turmoil around the CoOrpheum, within the existence and the closing
    • Learned: the right people who can help come up sometimes from areas where you least expect them
    • Action: take the job I have been offered the week before Xmas, I have the gut feeling this is a fit for both sides

    Tuesday, September 14, 2010

    Blank canvas - DETROIT as a role model for the future

    Detroit (a project by Jonny Knoxville in cooperation with Palladium Boots) a decaying giant of the past economic era. At least so it seems. Look a bit deeper - just dare.

    http://www.urbanophile.com/
    Not quite so :-) Everywhere where something is dying there is also lots to grow new. Leave an orchard or field alone (for years) - you will be surprised what unimaginable good will emerge.


    The messy and unregulated is often best ground to let the new ideas, actions to get out in the open.

    What do you see in your "FUTURE EYE"?