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Saturday, July 9, 2011

Francesco Hayez: eine Reise ins Italien des XIX Jahrhunderts

Wenn Sie nach Mailand zum Urlaub diesen Sommer kommen, empfehle ich Ihnen eine sehr interessante Ausstellung zu besuchen, die bis zum 25.09.2011 in der Gemäldegallerie Breras (einer meiner Lieblingsorte!) stattfindet.

Durch die Bilder des italienischen Malers Francesco Hayez wird man ins Italien des XIX Jahrhunderts geführt. Es wird eine facettierte Reise sein, weil die strenge Verbindng zwischen Bildkunst, Literatur und Musik offen gezeigt ist.

Der Besucher wird Musik, Schreiben und Bildern des XIX Jahrhunderts treffen und sehen wie diese miteineinder plaudern und sie sich gegenseitig beeinflussen. Eine wirklich schöne Erfahrung!

Der Maler Francesco Hayez, in Venedig geboren, hat ein Stück seines Lebens in Mailand verbracht. Hier hat Hayez Manzoni (Schriftsteller) und Verdi (Komponist) getroffen und beide gut kennengelernt. Diese drei Menschen sind drei Säulen der italienischen Geschichte des XIX Jahrhunderts geworden.

Die Werke aller drei sind eng miteinander verbunden, wie man an den vielen Bildern in der Austellung sehen kann. Verdis Musik und Manzonis Sätze integrieren die Ausstellung.

Hier nur einige Beispiele:


Hayezs Bild "I vespri siciliani" (die revolutionären Bewegungen in Sizilien) beeinflusste Verdis Oper "I vespri siciliani"




Hayezs Bild "I due Foscari" (die zwei Foscari) wurde einigen Jahre später von Verdi aufgenommen in die Oper "I due Foscari"




Hayezs Bild "L'assedio di Gerusalemme" (die Belagerung von Jerusalem) ist in Verdis Oper "I Lombardi alla prima crociata" (die Lombarden im ersten Kreuzzug) gezeigt.


Hayezs Bild "Ritratto dell'Innominato" (Portrait der Namenlosen) zeigt einen der Protagonisten der wichtigsten Oper der Literatur Manzonis "I promessi sposi" (Die versprochenen Ehegatten).

Hayezs Bild "Il Carmagnola" (Der Carmagnola) wurde von Manzonis "Il conte di Camagnola" (Der Graf von Carmagnola) beeinflusst.

Trotz dieser Ausstellung, die von vielen ausländischen Besuchern besucht wird, sind alle Informationen über die Verbindung zwischen Bildern, Licteratur und Musik leider nur in der italienischer Sprache verfügbar.

(Quelle der Bilder: Wikipedia)

Sunday, December 19, 2010

Schlummernde Venus - ein stilles Geheimnis


Schlummernde Venus von Tizian und Giordione (1508-1510)

Sonntagnachmittag um Fünf - ein trüber Tag mit Matsch und Schnee neigt sich dem Tagesende zu. Ein Besuch im Hygienemuseum ist abgesagt. Was also tun mit  dem Tag?

[hier kommt noch ein Bild hinein] - welches wohl das passende ist? [Tip bitte in den Kommentar schreiben]

Ein Gang in die Gemäldegalerie vielleicht? Ein Katzensprung und doch Jahrhunderte entfernt. Was außerhalb der Stadt die Chipwerke rund um Infineon und Global Foundries darstellen (Hightech von heute, immer kleiner immer nanohafter) ist hier innerhalb des Gottfried Semper erschaffenen Raumes eher mit Monumentalität zu bezeichnen.

Welche Informationen sind in den Bildern verborgen, die wir beim Betrachten derselben aufnehmen oder auch unberücksichtigt lassen? Das Ergebnis ist zu sehen als Bild, jedoch ist uns auch klar, was der Künstler im Kopf dachte, als er vor der noch frischen und leeren Leinwand stand (oder saß, wir wissen es oft nicht)? Was hat er wahrgenommen, wer hat mit ihm gesprochen und was trieb ihn an?

Was mag es bei der "Schlummernden Venus" gewesen sein? Was wollen uns die Maler mit ihrem Werk "sagen"? Es scheint etwas Besonderes zu haben, denn -wie unschwer zu erkennen- ist das Parkett an dieser Stelle des Raums sichtlich abgenutzter. Sex sells, or better Sex pulls ;-)

Wie mit vielen Dingen, die uns täglich umgeben, sei es Kunst in Form eines Ballettstücks, einer Oper, eines Bildes oder auch nur eines Services, den wir im Geschäftsleben erfahren: das was wir sehen ist nicht das was dahinter steckt.

Der kreative Prozess bleibt uns weitgehend als Empfänger, Betrachter oder Genießer schlichtweg verborgen. Wir versuchen unsere eigenen Erfahrungen und Sichtweisen mit dem Erlebten in der Verbindung zu bringen. Doch was passiert, wenn wir jemanden anderen treffen und wir über das Gesehen sprechen?

Eine ausführlichere Erklärung ist hier zu finden. Wann machen wir uns im realen Leben den Aufwand, nach den Hinter- und Beweggründen von Ereignissen zu fragen?

Viel hat sich seit dem 16. Jahrhundert nicht verändert - damals fehlte das Buch, heute der Mut neue Medien für das Erfragen von Hintergründen zu nutzen. An der Zeit wäre es, denn sowohl Buch als auch Web sind als Wissensplattform reichlich vorhanden - nur fehlt uns heute oft die Zeit (so hat man zumindest das Gefühl).

... und nun heißt es, GEHEN (denn der Gong wird geschlagen hier in den Räumen der Gemäldegalerie).

Danke, dass ich einige Gedanken in dieser anderen Umgebung zu Papier bringen durfte :-)