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Thursday, June 1, 2017

The Great Gatsby - Komplexität gehört zum Leben

Beim Hören von "The Great Gatsby" fällt den meisten von uns ein amerikanischer Literaturklassiker oder aber der Kinofilm (Trailer) mit Leonardo di Caprio in der Hauptrolle des Jay Gatsby ein. F. Scott Fitzgerald jedoch lieferte mit seiner Romanvorlage auch die Grundlage für die moderne Oper "The Great Gatsby", die MIT Professor John Harbison bereits 1999 komponierte. Sie sollte erst in der letzten Spielzeit 2015/2016 an der Sächsischen Staatsoper Semperoper in Dresden unter der Regie von Keith Warner ihre europäische Erstaufführung erhalten.

Szenerie während der Pause
Über eineinhalb Jahre nach ihrer Premiere in Dresden fand sie sich am 29.05.2017 erneut auf dem Spielplan der Semperoper. Es war Dresden-Tag (ein von der damaligen Intendantin Ulrike Hessler initiertes Angebot vor allem an die Dresdner, "ihre" Semperoper zu attraktiven Preisen zu erleben). Das Haus gut gefüllt und das dritte Mal selbst dabei (mit neuer Sitzposition, die zwei vorangegangenen Besuche im linken Rang bzw. im Parkett) sollte ein fulminanter Parforceritt durch die "Welt der Reichen und Schönen" und die Komplexität der uns alle umgebenden realen Welt folgen, der jedoch mehr bieten sollte, als schlicht die Musik und die sängerische Qualität auf der Bühne und im Graben.

Die Geschichte ist "schnell" erzählt: Jay Gatsby, zu Reichtum gekommener New Yorker mit unklarer Lebensgeschichte, trifft nach fünf Jahren zufällig seine Jugendliebe Daisy wieder, die inzwischen "unglücklich" mit einem erfolgreichen Polospieler, Tom Buchanan, verheiratet ist. Doch mit Reichtum und auch im Allgemeinen ist die Vergangenheit nicht wieder lebendig zu machen. Zwischenmenschliche Dynamiken  als ein sich ständig in Bewegung befindliches Spiegel- und Zerrbild der uns stets umgebenden Gesellschaft. Einen kurzen Einblick in das Geschehen gibt der Trailer zur Oper auf der Website der Semperoper. Auch wenn die Literaturgrundlage von F. Scott Fitzgerald "The Great Gatsby" (Wikipedia) bereits über 90 Jahre hinter sich hat, an Aktualität hat sie nichts verloren.

Blick aus dem 3. Rang
rechts vor Beginn der Aufführung
Was bereits vor der Aufführung fasziniert und gleichermaßen verstört sind die übergroßen Augen, die auf einem überdimensionalen Stahlgerüst inmitten der Bühne zu sehen sind. Ausdruck für Stahl als Verkörperung traditioneller Wirtschaft damals in den 20er Jahren, den "Roaring Twenties", gegenüber dem "schnellen Geld" (z.B. Spekulationen an der Börse oder Geschäfte mit während der Prohibitionszeit verbotenem Alkohol)? Die Augen als Verkörperung des "unbeteiligten Beobachters", der die gesamte Szenerie übersieht (unwillkürlich kommt einem der "Overview Effect" in den Kopf). Kaum beginnt die Vorstellung zeigt die Bühnenmaschinerie auch schon was in ihr steckt und was man selten in dieser Umfänglichkeit zu sehen bekommt. Es werden alle Register gezogen, die Szenerie vom Teenachmittag im Grünen, hin zur Rast an der Tankstelle oder der Aufenthalt im Hotel inmitten der Metropole New York, alles geschieht in Minutenschnelle und reibungslos auf der Bühne (fast wie von Geisterhand, wie auch manchmal das Leben zu spielen scheint). Was mechanisch korrekt und gleichmäßig ineinander zu greifen scheint spielt sich in den menschlichen Dynamiken gänzlich anders ab. Emotionen, versteckte Sehnsüchte und Annahmen (mentale Modelle) der involvierten Protagonisten verdeutlichen auf offener Bühne einmal mehr, dass die Dynamiken der Gesellschaft im Kleinen wie im Großen weder schlicht noch unvorhersehbar sind, wenn man den Blick lediglich auf die Oberfläche hält.

Final Curtain mit dem gesamten Ensemble
Die besondere Qualität des Abends, neben den sängerischen und schauspielerischen Qualitäten des gesamten Teams, war die phänomenale Zusammenarbeit aller auf der Bühne als ein Team aus "einem Guss". Man konnte den Spaß der Sängerinnen und Sänger an dieser komplexen und umfassenden Produktion in jedem Moment spüren. Darüber hinaus waren einige der involvierten auch auf ihren Social Media Profilen bereits im Vorfeld der Proben aktiv und machten Laune auf mehr.

Was besonders die Zuschauer bei der dieser Produktoin herausfordert sind nicht nur die technischen Finessen und die Vielzahl von Akteuren auf der Bühne, von der Ballerina des Semperoper Balletts bis hin zum kompletten Staatsopernchor,  und vor allem die Tatsache, dass es nicht den "richtigen" Platz zum gesamthaften Überblick über das Geschehen gibt (es empfiehlt sich ein mehrfacher Besuch, auch in den Rängen bis hin zum 4. Rang). Während eher traditionelle Opern in der Regel auf wenige Protagonisten fokussieren und eine schlichte Handlung und ebensolches Bühnenbild erwarten lassen, sind die Sinne bei "The Great Gatsby" über alle Maßen gefordert. Es ist keine Oper zum Entspannen und schlichten Genießen: sie fordert förmlich zur Neugier auf, auf die man sich komplett über die Dauer von knapp drei Stunden einlassen sollte!

In diesem Zusammenhang fällt Edgar H. Schein und sein Artikel "The Role of Art and the Artist" ein, der einen erneut daran erinnert, dass vor allem darstellende Kunst in ihrer Komplexität in uns oft unerwartete Emotionen hochkommen lässt.

Abschließend ein Zitat von Mary Parker Follett, einer in den 20er Jahren aktiven Sozialarbeiterin und Managementberaterin, von Peter Drucker als "Prophetin des Managements" bezeichnet, das passend zu dem auf der Bühne erlebbaren Fiasko von Jay Gatsby und der "aus den Fugen geratenden" Gesellschaft passt:

Aus: Mary Parker Follett, "Prophet of Management - A Celebrating of Writings from the 1920s", S. 254
Wir alle spielen eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft, in der wir leben und manchmal müssen wir auf unseren "Blinden Fleck" achten, der uns blind für die Entwicklungen um uns herum macht, so wie es Jay Gatsby widerfahren ist.

Zum Abschluss ein kurzer persönlicher PresencingStatus (Kurzreviewformat):
  1. Good - 3. Aufführung aus 3. Perspektive; viele neue Gesichter (auch Kurzentschlossene), die den Dresden-Tag nutzten; ein eingespieltes Team auf der Bühne rund um den dänischen Tenor Peter Lodahl, das mit sichtbarer Freude spielte; Musiktheater im wahrsten Sinne des Wortes (!)
  2. Tricky - um ehrlich zu sein: NICHTS
  3. Learned - Mehrfachbesuche einer Produktion lohnen stets (wie in der Vergangenheit bereits wiederholt erfahren); die Bühne gibt bei dieser Produktion ein umfängliches Bild von #DynamicComplexity in Wirtschaft und Gesellschaft wider
  4. Action - Wenn nicht anderweitig eingespannt stünde ein Gang zu einem 4. Besuch dieser Produktion am heutigen Donnerstag auf dem Programm

Wednesday, March 16, 2016

COW, oder wie ein Schwede das Verständnis von Ballett verändert

Am vergangenen Samstag den 12. März 2016 hatte "#COW - Ein Ballett" des schwedischen Choreographen Alexander Ekman auf der Bühne der Dresdner Semperoper Premiere. Nachdem der interessierte Ballettfreund (oder auch -freundin) bereits 2013 mit "Cacti" (im Rahmen von "Nordic Lights", das in der kommenden Saison wieder zu sehen sein wird) einen ersten Vorgeschmack auf seine Arbeit gewinnen konnte (seine Arbeiten unterscheiden sich, obwohl noch Anleihen des zeitgenössischen Tanzes vorhanden sind, ähnlich disruptiv von "üblichen" Ballettstücken wie einst Braque und Picasso mit dem Kubismus gegenüber der traditionellen Maltechnik und dem Fokus auf die Perspektive) stand also eine neue Überraschung auf dem Programmplan.

https://www.semperoper.de/spielplan/stuecke/stid/cow/
Warum die "Kuh" als Maß eines Ballettstückes? Die kurzen Clips zum Making von "COW Ein Ballett" sind dabei recht hilfreich (und unterhaltend zugleich).

Doch wer ein traditionelles Ballett mit viel Tanz erwartet - nun der wird möglicherweise ein wenig (oder mehr) enttäuscht von Dannen ziehen sollte er/sie sich für eine Karte der folgenden Aufführungen (heute Abend ist übrigens schon gleich die nächste - über die kommenden Wochen folgend noch sechs weitere Auführungen) geholt haben.

Obwohl, und dafür lohnt sich ein mutiger Gang in die 1.200 Besucher fassende Semperoper auf jeden Fall, wenn die Neugier größer als die Unsicherheit dessen, was einen erwartet, ist. Wer es wagt wird erleben, was eine Top-Ballettcompany wie das Semperoper Ballett wirklich kann (neben Balanchine, Forsythe, McMillan, u.a.) - ein Besuch lohnt sich. Darüber hinaus ist das Ballettstück ein außergewöhnliches "Cultural Island" (engl.; Blog von Abiel Guerra mit dem ich 2009 an einem Workshop von Edgar Schein teilnahm), das den Zuschauer aus seiner gewöhnlichen Rolle als ruhiger Betrachter und Genießer förmlich auf die Bühne und in den Flow zieht.

Wer sich vor einem Besuch der Bandbreite der Stimmungen offenbaren möchte, dem seien folgende Kritiken empfohlen:
... die obigen Kritiken in unbestimmter, wie gefundener, Reihenfolge und ohne Wertung. Jeder möge sich selbst eine Meinung bilden und dann entscheiden.

Ohne mich an dieser Stelle zu wiederholen (die vorliegenden Kritiken gehen bereits auf zahlreiche Aspekte ein) hier in aller Kürze der #PresencingStatus:
  • Good - Ballett mal ganz anders; Einbeziehung der kompletten Bühnentechnik (faszinierend, was alles möglich ist und selten zu sehen ist); ein neugieriges Premierenpublikum; es durfte auch spontan gelacht werden 
  • Tricky - keine Pause, um das Erlebte mit anderen auszutauschen; vergessen, dass Programmheft zu erstehen (da dürften noch einige Hintergrundinformationen zu finden sein
  • Learned - es bedarf Mut, ein solches Stück auf die Bühne zu bringen, und Aaron S. Watkin, Künstlerischer Direktor des Semperoper Ballett, kommt seiner Vision immer näher (die zahlreichen Einladungen der Company aus dem In- und Ausland machen dies ebenfalls mehr als deutlich)
  • Action - sicher ein oder zwei weitere Besuche (mal schauen, was sich machen lässt zeitlich)

Friday, December 27, 2013

The 1000 Small Steps - Accelerating by Sharing

The Web is really the hot bed of serendipity - just watching the latest Tatort with hilarious screenplay, seeing a message by Gunter Pauli, founder ZERI, then read on Facebook about a new mobile technology that will be presented by Samsung at upcoming CES 2014 in Las Vegas I stumbled across the following:

The 1000 Small Steps

Wonderful to read, and once again I got encouraged that what my role models in life, and education Jay W. Forrester, Ronald Coase, Edgar H. Schein, John D. Sterman, Peter Claussen and Peter Diamandis have taught me over the past 20 years is there to become reality in the near future.

http://BlueFuture2012.blogspot.com ... also got its seeds in 2012.

ABUNDANCE IS THERE TO COME ... AND IT IS ALREADY ON THE ROAD

Happy New Year 2014 with amazing things to happen to all !!!!

Saturday, July 13, 2013

Maria Stuart am Rande der Stadt auf Schloß Altroßthal

Schloss Altroßthal (Schlosshof)
Am 11. Juli fand im Schlosspark von Schloss Altroßthal die Premiere von Maria Stuart frei nach Friedrich Schiller statt. Eine wunderbare Location für eine wahre Geschichte, die wirklich in einem Schloss geschehen ist.

Gestern fahren wir zur zweiten Vorstellung - mit der Linie 90 der Dresdner Verkehrsbetriebe AG nicht nur direkt vor Ort (Neunimptscher Straße) nach einer Viertelstunde ab Tharandter Straße sondern auch noch mit überraschenden Blicken über die Stadt Dresden. Bevor der Schlosspark vor uns liegt, erhaschen wir einen Blick auf den Schlosshof hinter uns (Eingang übrigens rechts neben dem Tor mit den Ähren).

Junge und alte Leute, Studenten, Familien mit Kinder sind alle dabei. Wir nehmen Platz auf einer der  Bänke, die direkt vor der Szene stehen. Eine Frau auf der spartanisch ausgestalteten Bühne mit dem Rücken zum Publikum ist sehr beschäftigt, Namen mit Kreide auf eine Wand zu schreiben. Die Leute schauen sie an, niemand aber versteht genau, was sie da macht. Vielleicht bereitet sie noch etwas vor.

Pünktlich um 20:30 Uhr erklingt dezenter Trommelwirbel. Die Vorstellung beginnt!

Ein Mann mit Unterhemd und Lederjacke, tritt auf die Szene. Er guckt mit großem Interesse in eine  Holzkiste und holt weibliche sexy Lingerie heraus. Von der Königin keine Spur. Das Spiel fängt mal an - die verschiedenen Charaktere betreten zum geeigneten Zeitpunkt die Bühne und kaum dass man sich's versieht ist man im Spiel der Gefühle und Dynamiken gefangen. Theatralische Gespräche, lustige Situationen, Gesangseinlagen und kurze Marathonlaufeinlagen überraschen das Publikum von allen Seiten (nicht nur auf der Bühne). Der umliegende Schlosspark wird Teil des Geschehens.

Violine und Schlagwerk begleiten zusammen mit Musik vom Tonträger die Show und ermöglichen so eine Verbindung zwischen Altem und Neuem. Das gleiche passiert auch mit den Kostümen. Die politischen Spielchen, die auf der Bühne gespielt werden, sind nur der Zeit weit voraus, nicht jedoch in der Substanz, die auch in der Welt von heute noch ihre Gültigkeit hat - trotz aller sozialer, gesellschaftlicher und technologischer Entwicklung über die letzten fünf Jahrhunderte.


Die Inszenierung ist sehr zu loben, insbesondere weil es nicht den bekannten klassischen Erwartungen entspricht und Raum für neues Denken und der Verbindung mit dem heutigen eigenen Erleben eröffnet.

Die Professionalität der SchauspielerInnen, Musikern und dem ganzen Regie- und Unterstützungsteam, die mit einfachen Mitteln für zweieinhalb Stunden das Publikum wunderbar amüsiert haben, ist an dieser Stelle zu loben.

Vor Ort besteht auch die Möglichkeit, sich was zum Essen und zum Trinken zu holen - apropos Trinken, mit dem Wort "Bowle" hat es etwas Besonderes auf sich, doch davon mehr, wenn Ihr/Sie vor Ort seid/sind.

Nächste Vorstellungen Maria Stuart (übrigens auch auf Facebook zu finden): heute 13. und morgen 14. Juli jeweils um 20:30 (Einlass ab 20 Uhr)


PresencingStatus - vier kurze Fragen und ihre Beantwortung:

1. Gut - eine wunderbare Inszenierung in passendem Ambiente, einfache Möglichkeit, mit den Protagonisten ins Gespräch zu kommen
2. Tricky - nur ein paar Stechmücken später am Abend (doch nicht der Rede wert)
3. Gelernt - wieder eine innovative Inszenierungsumsetzung außerhalb der üblichen Vorstellungsperspektiven (Theater im freien Raum (Park), am Rand der Stadt, Auftritt der Personen aus unterschiedlichen Richtungen), siehe auch Review zu Simplicissimus an der Semperoper Dresden
4. Next Action - mehr von diesen Inszenierungen erleben

In Zusammenarbeit von Angela Incampo & Ralf Lippold

Saturday, March 3, 2012

Ein William Forsythe Ballettabend

by Angela Incampo & Ralf Lippold

The Premiere, and so just one performance, of 'Ein William Forsythe Ballettabend' at Semperoper was not enough. A new attendance as a follow-up performance was needed to understand and appreciate the choreografies created by the great choreogrepher Forsythe, and brought on stage by an always incredible ballet company, such as the Semperoper Ballet truly is. Everybody probably knows that Aaron S. Watkin is a former Forsythe dancer, and therefore more than every other ballet director can understand the difficulties, the efforts, and the great concentration these pieces require.

In a completely full theater (so full has been the Premiere as well) the music starts and the curtain rises. On stage the whole company starts with "Artifact Suite" a piece already performed to Semperoper's audience last spring in 2011 within a variation rich, and not thematic programme. Last spring the ballet company was asked to dance a classical piece (George Balanchine - 'Emeralds'), and two modern pieces (Mats Ek - 'She was black', and William Forsythe - 'Artifact Suite'). In this occation, the Ballett Company proved again their ability to switch from a classical piece to a modern piece and the dancing maturity they are capable to put on stage (for more information, here the relevant links to the articles). Not many companies are able to perfectly combine the movements typical of classical dance with those required by modern dance.

Photographer: Costin Radu
"Artifact Suite" on music by Eva Crossman-Hecht and Johann Sebastian Bach, is an extremely beautiful piece. The green-coloured costumes of all the dancers are interrupted by the white-coloured suit of one single dancer, Vanja Vitman. She is the guide, she controls all movements of the Corps de Ballet and sometimes also the two dancing couples performing the pas-de-deux (Elena Vostrotina with Oleg Klymyuk, and Yumiko Takeshima with Raphäel Coumes-Marquet). She is the master who "leads the puppets", helped by a big lightspot. She decides when they have to move, and when they have to stand moveless. Homogeneity and heterogenity are both performed. The whole ballet company is involved in this huge choreography. The lack of coordination among the dances in some scenes and the strong coordination in other scenes are wildly interrupted by the curtain falling continuosly down. Is what we see performed on stage, the lack of co-ordination we experience in our daily life as personal individuals, and as members of the society? Is it a clear sign of the difficulties we always meet? A smooth life, with the different seasons coming quietly one after the other finds no room in today's human life. Also the movements, sometimes so slow and sometime so fast, mirror the current times.

Photographer: Costin Radu
William Forsythe has created and new arranged, expressly for the Semperoper Ballet, the second piece "New Suite". On music by Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Luciano Berio, Gavin  Bryars, Thom Willems are brought on stage, one after the other, seven couples (Chantelle Kerr* with Claudio Cangilosi*, Elena Vostrotina with Oleg Klymyuk, Julia Weiss and István Simon, Anna Merkulova and Jiří Bubeníček, Duosi Zhu and Pavel Moskito, Yumiko Takeshima with Raphaël Coumes-Marquet, Anna Merkulova and Jón Vallejo). The costumes, for this second piece are plain and perfectly co-ordinated between the dancing couples. No curtain falls down to interrupt the scene. The stage is completely free. They can perform in an open-space, in movements of pure harmony and disharmony, shaping the relationship between the sexes, expecially on Berio's music.

The third and last piece is "Enemy in the figure". The whole choreography is illuminated by a big spotlight free to be moved around on stage (a main figure on stage, as it gives more or less emphasis to the scene). The spotlight is continuously moved around by the dancers according to their internal needs. A rope cuts the stage in two and so does also a wavelike wooden wall, that "hides" the sight on what's happening behind it. Depending on the position in the audience, one gets a totally different picture of the scene, and what is visible from one side, appears invisible from another position. Very much in flow with reality, that can differ vastly from your own position, and perspective - seeing reality is not what one sees on the surface.

Photographer: Costin Radu
The dancers (Chantelle Kerr*, Raquel Martinez, Anna Merkulova*,  Ana Presta, Elena Vostrotina, Julia Weiss, Jiří Bubeníček*, Claudio Cangialosi, Raphaël Coumes-Marquet, Maximilian Genov*, Fabien Voranger) wear totally white, totally black or white and black (pierrot-like) costumes. Looking at the dancers moving on stage and hearing the rough music, the viewer can physically feel the dichotomy on stage. The dancers movements are strong. They cut through the air like sharp knives, they seem forced to move by some unseen force, acting like under fever. They restlessly try to free themselves from a force that is hosted inside themselves, deep in their bodies, and in their souls. Their fast movements show the need to re-create the lost balance, the harmony between all parts. The elements on stage (rope and wooden wall) are a clear further sign of the dichotomy the dancers are living in. All metallic and rough sounds, the dissonances are created ad hoc - very strongly in need!

Also in this piece the difficulty to live a quiet life can be seen; the forces that move our souls and our bodies, and that keep us away from acting in free-will. The desperate search for peace in all different moments of life, private and public, is strongly threatened by the difficulty to find the right balance between being our true selves, and play our roles according to the "outer world". The dancers are merely a mirror of our own experiences, so strong that sometimes people in the audience are overwhelmed, like the couple sitting beside us, leaving the house after 'Artifact Suite'.

Yet the creative process overwhelms the conformity every time. People like conformity in the sense of stability, which makes life easier, and yet everyone of us has experienced the moment when we move out to the edges, performing different due to our own thinking, and will to express thoughts.

A great power can be seen in the modern dance and especially in William Forsythe's choreographies. In opposite to classical dance and choreographers, a major pillar in dance history and dance movements, modern dance empowers each single viewer to discover in the pieces a meaning, an idea that in classical ballet is not possible to see (being the audience guided step by step through the execution of the piece).
In modern ballet, the audience is free to give pace to the own ideas, reflections and comparison with personal and social situation. Modern pieces are not fairy tales made to let people dream, they are a door opened into the inner soul and into the society soul.

A performance that really deserve to be seen!

* - Dancers on the picture beside; more pictures to be seen on Semperoper.
To explain the role of art and artist we recommend the following article by Edgar Schein.

Monday, February 6, 2012

'Lulu' - Der Zirkus des Lebens

... noch ganz frisch sind die Eindrücke der Premiere von 'Lulu' (hier auch die Handlung in aller Kürze nachzulesen) von Alban Berg in der Inszenierung von Stefan Herheim (er hatte bereits die Inszenierung der 'Rusalka' in der vergangenen Spielzeit in farbenprächtiger Weise vorgenommen) - das Abendprogramm des letzten Samstag in der Semperoper.

Sonntags zuvor waren an Semper 2 bei der Einführungsmatinee zu 'Lulu' von Regisseur Stefan Herheim und Cornelius Meister, der die musikalische Leitung inne hatte, einige erklärende Hintergründe zum Stück, der Musik und der Geschichte dargelegt worden. (Persönlicher Tip für den Opernneuling und auch den "alten Hasen" - Einführungsmatineen lohnen den Besuch stets, denn erstens erfährt man Infos zum Stück aus erster Hand und die Gelegenheit des persönlichen Gesprächs mit den Machern besteht, um eigene Fragen loszuwerden).

Foto: Matthias Creutziger
Bei komplexen und auch teilweise "schockierend" anmutenden Inszenierungen wie 'Lulu' ist es stets bereichernd, den kurzen Artikel 'The Role of Art and the Artist' von Edgar Schein, emeritierter Professor am Massachusetts Institute for Technology (MIT) für Organisationspsychologie, mit seinen fünf Grundaussagen als Grundlage über die Rolle der Künstler bzw. Kunst für die persönliche Reflexion heran zu ziehen.

  • First, art and artists stimulate us to see more, hear more, and experience more of what is going on within us and around us.
  • Second, art does and should disturb, provoke, shock, and inspire.
  • Third, the artist can stimulate us to broaden our skills, our behavioral repertory, and our flexibility of response
  • Fourth, the role of the arts and artists is to stimulate and legitimize our own aesthetic sense.
  • Fifth, analysis of how the artist is trained and works can produce important insights into what is needed to perform and what it means to lead and manage.

"Verehrtes Publikum - Hereinspaziert!" - so beginnt mit den Worten des Tierbändigers der Prolog, und einer vielschichtigen, psychologisch komplexen Geschichte, deren Dreh- und Angelpunkt Lulu ist. Sie ist -wie sich erst während der kommenden vier (kurzweiligen) Stunden herausstellen sollte- eine Frau, die die Männer sich zum Spielball macht und selbst am Ende "gekickt" wird.

Foto: Matthias Creutziger
Gisela Stille, schwedische Sopranistin und perfekte Besetzung für die Rolle der Lulu, verkörpert das "blonde Gift". Ihre Stimme und Spiel zog von Anfang an das Premierenpublikum in ihren Bann - spielerisch balancierend zwischen Ernsthaftigkeit und frivolem Freilufttheater. Eine Sängerin von der man noch öfters in Deutschland hören wird, dies ist sicher.

Stefan Herheim lädt das Publikum zu einer aufregenden Reise ein, und sie hat es in sich. Seine Inszenierungen zeigen stets eine überbordende Vielfalt von Handlungsstränge und -ebenen, so wie es in unserem Leben auch passiert. Mehr als sich in einem Artikel darstellen lässt und auch der Besuch des Stückes in seiner zeitlichen Begrenztheit ermöglicht. Je länger das Geschehen vor dem geistigen Auge und den ergänzenden Informationen durch das Textbuch und das Internet Gestalt annimmt, desto eindringlicher werden die Verbindungsstränge von der Zirkusmanege in die uns umgebende Realität.

Die Sächsische Staatskapelle und Cornelius Meister als musikalischer Leiter setzten ein perfektes "Stück Arbeit" um, dieser Oper die richtige Intensität zu geben. Es war nicht so einfach, das Orchester sowie die Sänger auf Grundlage der (unüblichen) Zwölftontechnik zu dirigieren, wie Cornelius Meister bei der Einführungsmatinee betont hatte. Alles hat wunderbar geklappt.

Ein kaleidoskopisches Leben - voll von Erfahrungen, Emotionen, Personen, unerwarteten Aktionen, zu viel, um es auf einmal zu verarbeiten und gleichzeitig genau so, was das Leben jeden Tag für uns bietet. Oft benötigen wir Aufmerksamkeit (Mindfulness), um die dynamischen Zusammenhänge innerhalb der vor uns geschehenden Handlung zu erkennen, die einzeln scheinenden Ereignisse zusammenfügen. Das Leben scheint schrill, voller Überraschungen (so stirbt im 1. Akt Lulus Ehemann Medizinalrat Dr. Goll an einem Herzinfarkt als dieser Lulu und den Maler Walter Schwarz nach seinem eigenen Einbruch ins Atelier überrascht), und schon öffnen sich durch solche unmöglich geglaubten Ereignisse plötzlich "Türen" ganz neuer Möglichkeiten. Doch ist Lulu erst einmal dem  Glauben, dass es immer weiter nach oben geht erlegen. Nicht nur sie auch die übrigens Protagonisten heischen dem Hype der Jungfrauaktien und des eigenen Erfolgs hinterher, höher, schneller, reicher - auch dass der Absturz umso heftiger erfolgt. Es erinnert schon ein wenig an die seit 2008 eklatant präsente Finanzkrise, die Wirtschaft und Gesellschaft noch immer stärker in ihren Fängen hat, als wir dies persönlich wahr haben möchten. Ganz ähnlich wie die zahlreichen Männer, die durch Lulus Hände gelaufen sind, und die nicht merkten, wie sie lediglich benutzt worden sind und den Blick für die Realität verloren. Zu sehr beruht unser Handeln auf kurzfristig und sichtbar getriggerten Mentalen Modelen, d.h. Mustern, wie wir das Leben um uns herum wahrnehmen, und die oft komplexen dynamischen Verbindungen "ausblenden".

Im Textheft heißt es an einer Stelle: "Die Welt als Zirkus". Man erwartet, zum Lachen gebracht zu werden (wie immer beim Zirkus). Es scheint aber nicht wirklich so zu sein, eher ein surreales Vexierbild des realen Lebens, das uns als Publikum auf der Bühne vorgehalten wird. Der Zirkus ist wie eine Maske, die man anzieht, genau wie bei Pierrot. Hinter der verstecken sich viele schmerzliche Tränen. Diese Idee kommt immer wieder in 'Lulu' vor. Die Clowns (Lulus verblichene Liebhaber) spielen eine Rolle, die man von ihnen nicht erwarten würde.

Abschließend in aller Kürze :

Was war gut? Eine komplexe und vielschichtige Operninszenierung, die an Fragen und Anknüpfungspunkten an die tatsächlich real vom Publikum erlebten Geschehnisse nichts zu wünschen übrig lässt; Gisela Stille, die die Vielschichtigkeit der Lulu in besonderer Weise spielerisch, singend und sprechend in eindrucksvoll verkörperte; diese Oper verspricht das gesellschaftliche Gespräch über die unausgesprochenen Themen in der Gesellschaft (Lulus finden sich an den unterschiedlichsten Ebenen und Ecken der Gesellschaft, nicht nur als sexhungrig, sondern auch machthungrig); das Produktionsteam, das einen wundervollen traumhaften Job getan hat, dieses Stück auf die Bühne zu zaubern;

Was war tricky? Der verarbeitete Stoff dieser vielschichtigen Oper, die nicht nur die oft ungewöhnlich klingende "Zwölftonmusik" nutzte, sondern auch die Komplexität gesellschaftlicher Umbruchzeiten in den 20er und 30er Jahren gekonnt darstellte (ein Besuch ist bei Weitem nicht ausreichend); blutrünstige und frivole Szene, die definitiv so manchen Besucher irritiert haben mögen (doch Oper ist oft mit Mord und Totschlag verbunden, nur dass wir es selten so deutlich vor Augen geführt bekommen, wie in dieser Inszenierung -

Was war zu lernen? Lulu weiß nicht, welche Rolle sie im Leben spielt, für sie sind alle Männer lediglich große Spielzeuge, die man wegwirft, wenn man sie nicht mehr braucht; Emotionen aushalten, auch wenn man wie im 2. Akt nicht sofort die komplette Handlung in allen Einzelheiten entschlüsselt (wie auch durch zahlreiche Gespräche mit Gästen in der Pause zu erfahren war), und sich in Ruhe und entspannter Aufmerksamkeit vor dem geistigen Auge die Ereignisse auf der Bühne Revue passieren lassen; sich stets fragen, "Was ist der Kontext gewesen, aus welchem der Komponist diese Oper geschrieben hat?"; neues Lernen entsteht wenn man Emotionen positiv nutzt (auch wenn es auf der Bühne frivol und blutrünstig vor sich geht); in bestehenden Gesellschaften spielen Masken bislang (noch immer) eine größere Rolle als die Authentizität und Verletzbarkeit der Personen; Hilfe muss erfragt und auch angenommen werden können (insbesondere in heutigen multivernetzten Gesellschaften und der Beschleunigung von Veränderungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld ist das eine künftige notwendige Fähigkeit von Entscheidern, Managern, Künstlern und allgemein Bürgern) - ansonsten kann es zum Komplettabsturz kommen;

Next Action? Ein weiterer Besuch dieser aufrührenden Oper mit weiteren entstandenen Fragen, deren Beantwortung eine aufmerksame Beobachtung möglicherweise in erhellendes Licht getaucht werden kann; lassen wir uns überraschen; mehr zu Alban Berg erfahren (insbesondere den Zusammenhang zu Karl Amadeus Hartmann 'Simplicius Simplicissimus' erhellen, der im Herbst 2011 mit Valda Wilson in der Hauptrolle an der Semperoper zu erleben war).

Weitere Rezensionen im Web:

Boris Michael Gruhl, Dresdner Neueste Nachrichten
Heiko Schon, Kultura-Extra
Maria Romo, A little bit of opera
Dr. Jürgen Helfricht, Bildzeitung Dresden
Nicole Laube, Elbmargarita

Sunday, October 23, 2011

'Simplicius Simplicissimus' - simple is something different

Friday evening in Dresden, a cubicle behind Semperoper, the name is the program: Semper 2. New approaches to opera are created here, and the open room offers quite some experiences one never can make happen between the audience and the players, singers, and dancers in the large house.

15 min to start (at 7pm sharp) the crowd is waiting to be let in. The tension rises, as normally ("But what is normal?") one is allowed around 30 min early to enter. Something is different, yet one does not get the details.

Opening - the eyes see no stage in the middle, rather 128 (or 125?) wooden boxes where the audience is going to sit, the stage is draped around the walls - this is going to be what Edgar Schein, MIT Sloan School of Management, and scholar of Kurt Lewin, a German-American psychologist with Jewish roots, calls a "cultural island", the ordinary is shifted significantly out of the normal expectance, and yet there is not much room to flee the situation. Curiosity and paid ticket definitely outweigh the anxiety that arises already.

This situation reminds me instantly of a paper written by Edgar Schein with the title "The Role of Art and the Artist". Why is arts relevant to other elements of society like business or government? - that's his initial question. Let's see whether, and how this new piece created by Manfred Weiß and his team will play out.

"First, art and artists stimulate us to see more, hear more, and experience more of what is going on within us and around us."

Being the audience in the middle, sitting on plain boxes, let's the mind stay anxious, moving around 360° as the play goes on around on the installation around the walls.  It could happen that you instantly get in "conversation" with your neighbours bumping into each others' feet. Erik Nielsen, the conductor this evening is standing merely a few meters away, the orchestra around him, and almost part of the audience. One feels connected, one feels the real work of what a conductor is providing for the whole process: being the facilitator of a rather complex process.

"Second, art does and should disturb, provoke, shock, and inspire."


Copyright: Matthias Creutziger
Going to the opera often is expected to be nice. This evening certainly was different. Valda Wilson, an Australian soprano, and a member of the Junges Ensemble played her debut as "Simplicius Simplicissimus". What had sparked at last year's opening at Albertinum with "The Inner Voice" where she had sung as part of the ballet performance choreographed by Jiří Bubeníček, principal dancer of the Semperoper Ballett, clearly now became apparent: here is a voice "diamond" beautifully harnessed over time. Those who had the chance to experience, and hear her in "Pussy in Boots" earlier this year could see her amazing capability not only concerning her voice but additionally her playing skills. Congratulations to Valda, who inspired once again, that you can, and should play roles in life you are not naturally familiar with. The outcome is amazing!!!

Karl Amadeus Hartmann was already in 1934 in the first draft of this opera about the gruel times of the Thirty Year War very distinct with the persons, and it did not make it difficult "to see" Hermann Göhring moving on stage. Matthias Henneberg amazingly brought this part over, and one could see some frowning in the audience, as this connected back to a not often in this city talked about a time when innovation in arts often got diminished as "Entartete Kunst" by the government. What that meant for Semperoper can be experienced via Verstummte Stimmen (after a presentation at Semperoper and Staatsschauspiel Dresden in the summer - this opera could spark further engagement in learning about it and its relevance for today's art).

"Third, the artist can stimulate us to broaden our skills, our behavioural repertory, and our flexibility of response."


The tension between the narration of a 17th-century play by Grimmelshausen and the "seen" reality of the 1930s clearly shook the audience's minds, and the receptive thinking about what this opera with music quite unfamiliar, led to some improvisation by all.

"Fourth, the role of arts and artists is to stimulate and legitimize our own aesthetic sense."


The time during this evening once again showed that "beauty" is not only what the large audience, critics, and voices define as that, "beauty" also lies in the new ways of expressing intentions as Karl Amadeus Hartmann, on the edge of the arts and living society back in the day, intended to do. The adaption to our times with still the anchor points to the past (the costumes of the 17th century, the military uniform, the haircut of the dancer) brought memories up, even though only a few of the audience might have experienced the 30s themselves. Playing such a piece in itself is an amazing BEAUTY.

"Fifth, analysis of how the artist is trained and works can produce important insights into what is needed to perform and what it means to lead and manage."


Different from the performance on the large stage here, the artists are all part of one audience, WE. And everybody can see each other's emotions and reactions, a quite unique situation for opera singers, who normally in productions are detached more from the audience which is also sitting in a rather dark room. On Friday it was like being all together on the same blanket (or wooden piles;-)).

My resume of the evening: STUNNING and calling for more!!!

Doing what is often done by me after such an experience to capture the assets of learning, is the Presencing Status (stating four short questions):
  • Good - an opera played in a very unfamiliar setting, creating a "cultural island", emotionally touching, and opening the heart; great debut by Valda Wilson as Simplicius expressing not just her awesome voice (BTW where does that amazing soprano spring up from? How many "Valda Wilsons" are around us, and would only need the right mentor to see the awesomeness to make them strive forward to their highest potential?) also her natural talent as an actor (via mimic and gestic alike (!)); what impresses me every and each time is how opera singers and the orchestra get accustomed to the unique closeness to the audience, they even for themselves experience encounters they often can't get on the large stage (where seeing the audience during the performance is something of impossibility;
  • Tricky - minor details as the 4 million lost souls during the 30 Year War (Dreißigjähriger Krieg, 1618-1648), and the to be further accustomed joined action of the in the audience distributed singers of the choir; my ears are still not really accustomed to German opera texts (what counts is the wholeness of the performance - and this has been exceptional in every aspect (!))
  • Learned - subtle signs such as uniform, and the first name made clear the connection to the '30s and the background on what the opera was intended to show and express; the Dresden audience is more flexible to adapt to new circumstances as thought (today after heading out of the introduction to 'Alcina' the newest production, an old lady (clearly in her late 70's/ early 80's told me how much she liked the performance even with the (for her for sure) shocking elements within the play connecting to the time between 1933-1945 in Dresden) - this may be even the most encouraging feedback on such productions, that fit into the row of 'Street Scene' by Kurt Weill also played on large stage; holding the tension, even when emotions seem to overwhelm you, tears are about to flow as memories come up, will emerge in the collective consciousness;
  • Action: definitely see the performance at least a second time in order to experience the development (as I always do, especially with productions, that are either catching diverse reviews or little attention in the beginning of the play); reading & writing on "cultural islands" and how an opera house like Semperoper can play a major role in providing such a space for making innovation (in the technological, and even more in the social sense (!)) possible.
Add ons/ Ergänzungen (in German):

Saturday, April 2, 2011

Barock in Dresden - Insolvent. Wie es dazu kam.

Quelle: Barock Dresdner Tintenmanufaktur
Gestern war bereits der DNN (Dresdner Neueste Nachrichten) zu entnehmen, dass es die Firma Barock bald nicht mehr geben könnte. Heute dann auch in der SZ (Sächsische Zeitung).

Haben wir es hier mit einem Einzelfall zu tun, oder doch mit einem sich ausweitenden Phänomen?

Zwanzig Jahre ist die Wende her und damals übernahmen aus den untergehenden VEBs pfiffige Manager derselben oder aus anderen Teilen des Landes, Teile dieser Konglomerate, und führten sie auf den unternehmerischen Weg, der ihnen jahrzehntelang verwehrt war.

20 Jahre auf der Erfolgsspur und immer älter werdend führt unweigerlich zu einem "Blinden Fleck", die Veränderungen um einen herum und im Geschäftsumfeld wahrzunehmen.

Ähnlich erging es der jahrzehntelang äußerst erfolgreichen Firma DEC Digital Equipement Corporation, die in den 50er Jahren aus einem Computer Science Labor des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dem charismatischen Gründer Ken Olsen hervorging.

Edgar Schein, den ich 2009 während eines Seminars kennenlernte, hat DEC über 30 Jahre als Process Consultant begleitet, und "Aufstieg und Fall von Digital Equipment Corporation" geschrieben. Da auch er sächsische Wurzeln (seine Oma kam aus der Nähe von Bad Schandau) hat schließt sich hier der Bogen.

Was sind unausgesprochenen Annahmen der Gründer oder Geschäftsführer, die ein Abgleiten in den wirtschaftlichen Abgrund oft unausweichlich machen? Welche Gesprächsumgebung öffnet Horizonte für das adaptive Verändern an neue Marktgegebenheiten?

PS.: Artikel zu aktueller Entwicklung in der DNN, und eine ähnliche Geschichte in Sachsen-Anhalt (SPEE)

Wednesday, August 4, 2010

Questions or Answers - that's the QUESTION

Imagine you are faced with a tough problem at hand, new and complex. Imagine further that is a situation where you are asked to give advice or your expertise. The client is seeking a solution to the problem he can't solve with his own resources.

What to do?

Doing the analysis on what the problem might be and already been addressed by the client, provide a solution presentation to client. There will be a presentation in front of client management team. Then implementation of the recommendation.

STOP • Rewind the story • RESET

There is perhaps another way, or?


http://en.wikipedia.org/wiki/The_Thinker

  • What is it that is really pressing or hurting the client?


  • What is the right question to find out (also for the client to find out himself)?

Thursday, April 8, 2010

The Benefit of SocialNetworks - seen back in 50's ;-)

EdgarSchein with a few really valuable insights toward the web working community that is now evolving everywhere in his just finished online lecture on culture.

Probably most of us are not aware that this (web working) has happened some 60 years back. DEC (Digital Equipment Corporation) already was using DECnet back in the 50s when engineers in need of solving a problem in Maynard, USA, put their request via DECnet into the international company network. Only to get an answer from a colleague down in Australia.

And it has been also a form of distributed CoWorking way before the internet became a public commodity.


How can we accelerate the smooth transition into evolutionary change within and amongst organizations and institutions?