Friday, August 21, 2020

"Das Leidenschaftliche Dutzend"

Am 26. September 2015 hieß es an zwei Dresdner Forschungsinstituten, dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und dem Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und -genetik (MPI-CBG) : Action!

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12 BloggerInnen und TwitterInnen aus der näheren und weiteren Umgebung (u.a. aus Hamburg, Jena und Berlin) hatten die Einladung zum 1. Dresdner #ScienceTweetup im Rahmen des Lichtjahr 2015 bzw. LichtjahrDD angenommen und schickten sich an, den Samstag wie einige Forscher zu einem außergewöhnlichen digitalen Arbeitstag zu machen.

Seit geraumer Zeit veranstaltet die Helmholtz-Gemeinschaft solche Science Tweetups mit dem Ziel, die oft millionenschweren Forschungsinstallationen, -einrichtungen und deren Arbeit einem breiteren Publikum als nur dem eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs und der Wissenschaftsgemeinschaft näher zu bringen. Im Rahmen des Dresdner Lichtjahr (#LichtjahrDD ist der Hashtag in den bekannten sozialen Netzwerken), das sich einbettet in das von UNESCO und United Nations ausgerufene International Year of Light 2015 sind die beiden Institute als Partner involviert.

Warum wurden BloggerInnen und TwitterInnen eingeladen? Warum nicht vornehmlich FachjournalistInnen? Warum "nur" ein Dutzend?

Fragen, über die es sich lohnt einen Moment nachzudenken. Sicher, FachjournalistInnen kennen die Materie und den Fachjargon, doch wird dies ein Zwölfjähriger verstehen oder eventuell die eigene Oma? Welche Perspektiven eröffnen sich, wenn 'Fachfremde' sich dem Thema nähern? Was gibt es Neues zu entdecken, das zwar bekannt doch sich mit anderen Lebenserfahrungen der Teilnehmer in einer unbekannten Weise verbindet?

Lassen wir die Bilder des Samstags und einige Eindrücke in aller Kürze über ein Storify (eine visuelle Zusammenfassung der getwitterten Eindrücke, die mittels eines Hashtags oder Suchausdrucks zusammengefasst werden) vorüberziehen.

In Momenten in denen man das Unbekannte auf sich zukommen spürt (Wer kannte schon die ELBE oder DRACO?) sind Vorstellungsrunden wie am Morgen im HZDR in Rossendorf das "Beste" was passieren kann. Beim aufmerksamen Zuhören lassen sich Stichworte aufschnappen, die sich mit eigenem Erleben verbinden. Es bietet sich die Gelegenheit zum kurzen Gespräch und schon hat man erfahren, was es mit MINTIKI auf sich hat - Lernen durch Lehren (LdL) für die Kleinsten. Es ließe sich fast von #ShapedSerendipity sprechen, wenn dies nicht ein Einfall bliebe an diesem Tag.

Und so sollte es kommen. Nachdem es in zügiger Fahrt von Rosendorf im Schönfelder Hochland mit schwarzen Limousinen nach Dresden-Johannstadt gegangen war stand der 2. Teil des ScienceTweetups bevor. In den von finnischen Architekten gestalteten und im Inneren in nordeuropäischen Steingrau gehaltenen Räumlichkeiten wurden die Besonderheiten der offenen Architektur erläutert, die einen Wissensaustausch unterschiedlicher Forscher und Forschergruppen nicht nur möglich, sondern schier unumgänglich machen.

Fischzuchtanlage MPI-CBG
In der riesigen Aquariumanlage erfuhr man nicht nur, dass die Anlage einem rigorosem Tag-Nacht- und Befütterungszyklus unterliegt und tropischen Wassertemperaturen frönen (siehe Bild), sondern auch dass besonders Zebrafische (neben der Fruchtfliege, die wir alle aus der Küche kennen) zu den beiden Modellorganismen am MPI-CBG zählen.

Ihr relativ einfach aufgebauter Organismus und schnelle Fortpflanzungszeit machen sie geeignet für Forschungsfragen im Bereich der Grundlagenforschung. Eine Geschichte am Rande: als in der Bauphase des MPI-CBG einer Direktoren auf einem Inspektionsbesuch vor Ort war fuhr er mit dem Taxi vom Flughafen zum Institut. Die ersten paar Minuten war der Taxifahrer zurückhaltend und ließ seinen Fahrgast erzählen. Als das Thema auf Zebrafische kam war er jedoch nicht mehr zu halten. Schnell stellte sich heraus, dass er ein Experte auf diesem Gebiet war und so war er vom Taxi weg als Leiter der Fischzucht am MPI-CBG, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem frühen Stadium befand engagiert (Merke: keine Gesprächsgelegenheit ist noch so abwegig, als dass sie nicht zu Größerem und Unerwartetem führt).

Ob auch nach fast fünf Jahren ein Presencing Status möglich ist? Versuchen wir es:

  • Good - Möglichkeit, faszinierende Großforschungsinstallationen von Innen erkunden.
  • Tricky - Ehrlich gesagt kann ich kann mich an nichts erinnern.
  • Learned - Nehme die Gelegenheit wahr (hier: Teilnahme), die sich ergibt.
  • Action - Vor fünf Jahren diesen Blogbeitrag geschrieben und heute ins Internet gestellt.




Sunday, April 26, 2020

Wie ich zu WOL aka Working out Loud kam

Vor ein paar Wochen lief folgender Tweet in meine Timeline:
Antonie Muschalek war mir schon von einem Besuch im Digitalisierungszentrum der SLUB(Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek vor einigen Jahren bekannt (wir begleiteten die Veranstaltung als HTxA - HighTech x Agency in digitaler Form). Sie gehört seit damals zu den lokalen Twitterati, denen ich auf Twitter folge, vor allem weil ihre New Work sowie Themen rund um Führungsverhalten seit Langem auch meine sind. Hinzu kam ein kurzer Blick auf den im Tweet genannten Link und ich war dabei. Doch warum begab ich mich erneut in neues unbekanntes Lernterrain? Noch dazu mit fixem Zeitaufwand und ohne "festes" Lernergebnis?

John Stepper, 2012 noch bei der Deutschen Bank AG in New York tätig, hatte die ursprünglich von Bryce Williams erwähnte Idee damals für den Unternehmenskontext weiterentwickelte. Er beschreibt WOL (Working out loud) folgendermaßen: "als einen Weg, um Beziehungen aufzubauen, die einem helfen, ein Ziel zu erreichen, eine Fähigkeit zu entwickeln oder ein neues Thema zu entdecken." (Quelle: Wikipedia). Über einen fixen Zeitraum von 12 Wochen treffen sich eine Handvoll Interessierter wöchentlich in einem sogenannten WOL-Circle, um über ihre Lernerfolge und Misserfolge den anderen zu berichten von diesen Unterstützung zu erhalten und gleichzeitig den anderen ebenfalls Hilfestellung zu geben. Eben eine besondere Art des Peer-Coaching, wie mir spontan durch den Kopf schoss.

Von Peer-Coaching erfuhr ich erstmals Anfang März 2009, als ich mich eines Tages im damals noch aktiven SelfHUB (Länderreport des Deutschlandfunk "Gutes tun und davon leben - das Berliner Zentrum für Zukunftsmacher, Jantje Hannover) in Berlin fand. Kurz zuvor war ich aus Finnland von einer Lernreise zu Tiimiakatemia zurückgekehrt wo ich eine Hochschule ohne Professoren live erlebt hatte. Etwas Vergleichbares stellte ich mir für die Bewältigung der Folgen der Finanzkrise an meinem neuen (alten) Wohnort Dresden vor. Doch ich hatte mit der Vermittlung der Idee bislang keinen Erfolg gehabt und so nahm ich das Angebot, eine Case Clinic (ein klar strukturierter Prozess zum Auffinden neuer Lösungswegen für persönliche und organisatorische Herausforderungen, entwickelt von Otto Scharmer) auszuprobieren, gerne an. Und tatsächlich einige Tage später "löste sich der Knoten" und die Idee nahm reale Gestalt in Formen an und es fand sich ein Team von Unterstützern.

Was damals im Frühjahr 2009 als einmaliges Ereignis begannt fand sich erneut im Rahmen des MOOC "u.lab - Leading From the Emerging Future" (kurzes Intro-Video mit mehrsprachigen Untertiteln auf der Plattform dotSUB) wider. Diesmal geschieht der Prozess über einen Zeitraum von 13 Wochen währenddessen sich  Coaching Circles (Besprechen von Case Clinics, die wechselseitig durch die Mitglieder der Gruppe vorgestellt werden) wöchentlich treffen (online oder physisch).

Bei WOL scheint einiges von den oben erwähnten Konzepten sich zu vereinigen und doch anders zu sein. Die Treffen sind bereits im Vorfeld durchstrukturiert und umfassend orchestriert, so dass man gemeinsam zusammen wachsen kann, Vertrauen aufbaut und sich dabei selbst und gemeinsam mit den anderen weiterentwickelt.

Was es dazu braucht ist lediglich ein "bisschen Biss" und den hat wohl jede/r von uns, oder? Neues zu erlernen war eben noch nie einfach, dranbleiben zahlt sich am Ende immer aus.

Meine kurze Reflexion zu den ersten beiden WOL-Treffen aka #PresencingStatus:
  1. Good - mutigen ersten Schritt gemacht; diverse Gruppe aus Ost und West mit 3 (w) und 2 (m)
  2. Tricky - Kommunikationsverhalten im digitalen Raum; endgültige für alle passende Zeit
  3. Learned - WOL macht alle zu TeilnehmerInnen auf Augenhöhe (unabhängig von Position, Herkunft oder Alter)
  4. Action - Hausaufgaben vor dem 3. WOL-Treffen machen; Blogpost schreiben (hiermit geschehen)
UPDATE 2020-07-22

Als ich mich vor gut drei Monaten auf das Experiment „Working out loud“ #WoL (der üblicherweise genutzte Hashtag auf Social Media wie Twitter u.ä.) einließ konnte ich nicht abschätzen, was mich wirklich erwarten sollte.

Was mich faszinierte war die Möglichkeit, auf eine neue Weise Neues zu lernen und eine persönliche Herausforderung, die neues neues Wissen erforderte, hatte ich ebenfalls im Gepäck. Kontinuierliches Lernen ist quasi Teil meiner Persönlichkeit (wie schon bei einem ausführlichen Personaltest vor Jahren erfahren) und es ist definitiv nicht verbunden mit Auswendiglernen oder dem Eintauchen in Neues, weil es nun an der Zeit ist. „Learning that sticks“ geht stets (zumindest bei mir persönlich) stets einher mit einer realen Herausforderung, die mich persönlich betrifft und für die das vorhandene Wissen und Erfahrungen nicht ausreichen, um sie in gebührender Weise in positiver Weise zu lösen oder entsprechend zu wandeln.

Wenn ich die 12 Wochen Revue passieren lasse, so habe ich nicht nur eine Menge gelernt, neben einem Quentchen gestiegenen Selbstbewusstsein für den Wert meiner Arbeit, auch anderes Hilfreiches für die Zukunft.

Meine Gedanken erfolgen in aller Kürze in Form des bewährten #PresencingStatus:


  1. Was war gut? (Good)
    Kleine Gruppe mit überwiegendem Interesse an Führungsthemen (was als gute Basis für Gespräche in den kommenden 12 Wochen klang); fixer Termin über einen Zeitraum von 12 Wochen (stets eine echte Herausforderung, die es jedoch wert ist); lernen und erfahren von den persönlichen Herausforderungen der anderen, die oft auch die eigenen sind (wenn man den Blick ein wenig weitet und vom konkreten Kontext abstrahiert)
  2. Was war tricky? (Tricky)
    Der starke Fokus, über das eigene Tun auf Social Media (insbesondere Twitter) zu schreiben, unbekannte Menschen anschreiben zu sollen, hat nicht nur mich ein wenig abgeschreckt; die Fokussierung auf deutschsprachige Entwicklungen und Personen kam meinem persönlichen Kommunikationsverhalten nicht entgegen, da meine Netzwerke meist weltweit sind; als ruhiger und eher zunächst beobachtender Gesprächspartner hatte ich so manche Herausforderung, meiner Stimme Gehör zu verschaffen
  3. Was habe ich gelernt? (Learned)
    Digitale Kommunikation auf Augenhöhe will gelernt sein (z.B. das „Lesen“ der gehobenen Hand als Zeichen für einen beabsichtigten Kommentar auf Gesagtes) und „Übung macht den Meister“; auch kleine, unwichtig scheinende Erfahrungen und als unangenehm empfundene Emotionen haben ihre positive Wirkung im realen Leben (Danke!); ein WoL sollte einem groben Oberthema folgen, da sich ansonsten kaum ein gemeinsames Lernfeld aufbauen kann; der Aufbau von Vertrauen zwischen den Teilnehmern (vor allem wenn sie sich überhaupt nicht kennen und gemeinsame Nenner besitzen); populäre Videokonferenz-Tools (z.B. Zoom) können quasi über Nacht (aufgrund der Ereignisse in und um Hong Kong und der durch die chinesische Regierung verfügte Sperrung von Accounts einiger Hong Konger Aktivisten, sowie die Tatsache, dass das Entwicklerteam von Zoom sich in China befindet) ihre Relevanz verlieren („Seneca-Effect“);
  4. Was sind Folgeaktivitäten? (Action)
    Teilnahme an folgenden Kursen im Herbst: Summer Academy for Pluralist Economics 2020; Capra Course Fall 2020; MOOC „u.lab - Leading From the Emerging Future
  5. Gedanken zu künftigen Teilnahmen an WoLs:
    A. WoL-Zusammenstellung sollte günstigerweise an einem (Ober-)thema bzw. Ankerpunkt sein (dies kann auch gemeinsame Zugehörigkeit zu einer Organisation sein)
    B. 15-minütige gegenseitige Vorstellungsrunde in 2-er Gruppen,

    1. Beschreibe die Führungsreise, die Dich hierher geführt hat?
    2. Wann sahst Du dich bedeutenden neuen Herausforderungen gegenüber, und was hat Dir geholfen, sie zu bewältigen?
    3. Welches sind die drei größten Herausforderungen denen Du gegenwärtig gegenüber stehst?
    4. Was möchtest Du aus diesem WoL nach 12 Wochen mitnehmen?
Ich danke allen am WoL für die Offenheit und Leidenschaft, dem von John Stepper entwickelten Prozess über 12 Wochen zu folgen. 

Danke und man sieht sich,

Ralf 

Tuesday, December 31, 2019

Good Intentions are not Sufficient to Solve our Problems

The last day of the year 2019 is slowly coming to an end. I am intrigued to write down a few thoughts of reflection and outlook. However, I am unsure of what and how to write. The past decade specifically most of the positive impulses, support and communication have come from my international friends who share one or more passions with me. On the other side, I live in Dresden, an international perceived city in Saxony, in the Eastern part of Germany close to the Polish and Czech border, and German is generally the language spoken and understood around here.

Besides, the current challenges due to the climate crisis, massive changes in mobility towards new propulsion systems or energy transformation with all its social impacts happen around the world, and of course very locally here in my city. "My city" because some 26 years ago it happened that for the first ever a time in my lifetime my last name was spelt correctly. Living and working back then for over two months with locals, made this beautiful city pull me into its heart (and vice versa). It was a time of experimentation, not so fixed new processes in all facets of life with a grand vision in view. Somehow a situation that has accompanied me over the course of my life, and where I feel most comfortable. Whether moving with my family at the age of four to a suburb still in early development from scratch, finding myself three months in Vancouver, Canada, inhaling a most diverse and future-positive culture, an internship in Athens exposing

Right now, the coming year 2020 (and the years to follow) feels like we collectively walk into largely unknown territory, not knowing how to act, communicate with each other and to anticipate the arising changes and certain challenges.

Good to look back on Mary Parker Follett's (Peter Drucker called here "Prophet of Management"), and take her advice to heart for the things ahead!

Brilliant empiricists have poked much pleasant fun at those who tell us of some vague should-be instead of what is.  We want something more than either of these; we want to find out what maybe, the possibilities now open to us.  This we can discover only by experiment. Observation is not the only method of science.  The methods of physical science are observation and experiment; these should be the methods of the social sciences.

Above all, we should remember that good intentions are not sufficient to solve our problems.


                       Mary Parker Follett, Creative Experience (Classical Reprint via buecher.de), 1924 

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Wishing you All a Happy New Year 2020 with lots of positive developments, 
health, and a sense of collective across traditional boundaries 
that too often stand in the way to achieve the really great things in life


Camellia Sasanqua (unknown)
Camellia Yuletide 



Tuesday, April 23, 2019

KI - Herrschaft der Roboter und Algorithmen oder gelangt der Mensch zurück in die Mitte?

Mit dem Aufkommen des "autonomen Fahrens" (wer einen Tesla schon gefahren hat oder vielleicht sogar sein eigen nennt, wird dies in Ansätzen möglicherweise bereits erlebt haben) und "Industrie 4.0" ist das Thema "Künstliche Intelligenz" nicht nur im Forschungslabor, sondern auch in der deutschen Gesellschaft angekommen.

Doch was heißt "Künstliche Intelligenz" (KI (dt.) oder AI (engl.) in Kurzform) für uns unmittelbar, als Verbraucher, Arbeitnehmer oder schlicht Bürger? Erleben wir eine "Übernahme der Arbeit durch Roboter", wie sie vor Jahrzehnten bereits Futuristen in den tollkühnsten Farben ausmalten? Wird der Mensch überflüssig? Wo finden wir uns wieder, wenn wir eigentlich nicht mehr machen müssten, da Maschinen für uns "denken"? Welche ethischen Grenzen sind einzuhalten, die immer schneller und größere Computer beständig zu überschreiten scheinen, vor allem weil ihre Macher, nach dem Machbaren greifen, oft nur für den eigenen Ruhm und Erfolg?

Vor einigen Wochen standen diese und andere Fragen implizit im Raum bei der "Gläsernen Werkstatt" des SMWK auf Einladung von StM Dr. Maria Stange mit dem Titel "Wie klug ist künstliche Intelligenz - bestimmen Algorithmen bald über unser Leben?" zu der wir gegen Mitte der Veranstaltung mit aufkommenden Fragen des Publikums stießen. Die Positionen zwischen Prof. Dr. Christian Mayr, TU Dresden, und Prof. Dr. Gerald Hüther, Uni Göttingen, mögen kontrovers gewesen sein, und doch ermöglichten sie, wie StM Dr. Maria Stange betonte, die sehr heterogenen Meinungen im Raum (ca. 150 Teilnehmer hatten sich an dem Abend eingefunden) ins Gespräch und Zuhören zu bringen.

Im Jahr 2017 hat sich der ehemalige IT-Gipfel zum Digitalgipfel gewandelt und vergangenes Jahr, mit dem Strategiebeschluss der Bundesregierung zu KI ist der Fokus auf Künstliche Intelligenz gewandert. Der Anlass waren u.a. die verstärkten Anstrengungen außereuropäischer Länder wie den USA oder China, die in diesen Feldern mächtig voranschreiten (ob zum Guten oder Schlechten sei an dieser Stelle dahingestellt). Die Nationale KI-Strategie der Bundesregierung bildet seitdem die Grundlage für vielfältige Aktivitäten in den Bundesländern, so auch in Sachsen. Traditionell stark im Bereich Mikroelektronik und Softwareentwicklung sind hier u.a. die TU Dresden und Fraunhofer IIS/EAS im Projekt "KIKiS" (aktuell läuft bis 5.5.2019 eine Umfrage zum Verhältnis sächsischer Unternehmen zu KI und deren Nutzung) dabei, einen Kompetenzatlas für KI in Sachsen zu erstellen (persönlich hatte ich das Vergnügen in zwei der vorbereitenden Workshops dabei zu sein und meine Erfahrungen aus dem industriellen und Arbeitsumfeld einzubringen).

Mit dem Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DfKI) in Kaiserslautern ist der Forschungsbereich zu KI in Deutschland zwar gut aufgestellt und weltweit in die Forschungslandschaft vernetzt. Doch wie sieht es mit Anwendungen, Transfer in Wirtschaft, Medizin, Bildung und Gesellschaft sowie mit dem Umgang rechtlicher und ethischer Fragen aus? Vor allem Letzteres wird in anderen Ländern sehr oft unter fragwürdigen rein kommerziellen oder politischen Zielsetzungen gering geschätzt und thematisiert. Was bislang im technischen Kontext erforscht und teilweise auch schon in Pilotprojekten umgesetzt ist lässt sich  der Website "Lernende Systeme - Die Plattform für künstliche Intelligenz" entnehmen. Auch AppliedAI (engl.), in eine von der TU München gestartete Initiative, offenbart die vielfältige Umsetzungslandschaft von KI in Deutschland.

Doch gibt es auch KI-Ansätze, die den Menschen in der Region (und darüber hinaus) in Bezug auf Arbeit und bewusste Nutzbarmachung von persönlichen Kompetenzen sowie eine damit verbundene Attraktivitätssteigerung des Standorts Sachsen und eine neue Form von Arbeits-Ökosystem zugute kommt? Sollten die Positionen von Prof. Dr. Christian Mayr und Prof. Dr. Gerald Hüther doch so weit auseinanderliegen oder sogar diametral gegenüber stehen, wie es in der "Gläserne Werkstatt" des SMWK Anfang dieser Woche den Eindruck erweckte?

Warum nicht KI nutzen, um Kreativität, Lernen und selbstbestimmtes Arbeiten in der Zukunft in einer Weise möglich zu machen, wie wir uns in unseren kühnsten Träumen nie hätten ausmalen können?

David Nordfors und Vint Cerf, i4j, haben mit ihrem Buchprojekt "The People-Centered Economy - The New Ecosystem for Jobs" eine neue Möglichkeit eröffnet, KI menschenorientierter auszugestalten und vor allem das Gespräch dazu in der Gesellschaft zu initiieren. Damit verbunden ist die Idee einer stärkeren Einbindung von KI für die Gestaltung eines künftigen Arbeits-Ökosysstems, in der Menschen und vor allem ihre besonderen Fähigkeiten bzw. "Coolabilities" (Working Paper zum Thema auf Researchgate; engl.)  eine entscheidende Rolle spielen werden und nicht Maschinen und Algorithmen.

Nachdem es bereits eine Konferenz von i4j zum Thema "People Centered Economy" in Amsterdam im März gab mit einem Review (engl.) von Guido van Nispen soll es hierzu im Herbst 2019 auch entsprechende Veranstaltungen in Dresden bzw. Berlin geben.


EINLADUNG

zu einem Kamingespräch (ca. 20-30 Personen) zum Thema:

"The People Centered Economy: The New Ecosystem for Work"


Sollten Sie Interesse an einer solchen Veranstaltug haben, melden Sie sich bitte unter https://forms.gle/DsgRN2rRD2oGyYEL6 an.





Saturday, January 12, 2019

Carmen - A Ballet by Johan Inger

George Bizet's opera "Carmen" is well-known, and the music of Habanera almost every one of us may have hummed away either singing or whistling. It is about a strong woman finding her way in a patriarchal society with all its "unintended" consequences back in the time.

The opera, the voices and the play on stage is what (probably) comes to mind when we hear about "Carmen". Yet, there is another "Carmen". Swedish choreographer Johan Inger created in 2015 a full-evening ballet based on the story that underlies the traditional George Bizet production for the Compania Nacional de Danza in Madrid (Trailer). Only a year later he got the Prix Benois de la Dance, equivalent to an "Oscar of the Ballet World". For this season the artistic director of the Semperoper Ballett in Dresden, Aaron S. Watkin managed to bring this piece on stage at the Semperoper Dresden (Premiere is on January 25, 2019 - at the moment no tickets for that evening).

As always each ballet company with its diversity of cultures, experiences, and context interprets such a piece in very unique ways. Even though we still have to wait for another two weeks to see the piece on stage there has been a great opportunity this morning to dive into the "real thing". Usually twice per season, the Semperoper Ballett gives the opportunity to the general public to follow their training classes and rehearsals of upcoming pieces in their main studio; check for Public Ballet Rehearsals. Of course one never knows what to expect until the very moment when entering the studio and receiving the overview leaflet. So one has to be curious and eager to let oneself be surprised by what emerges on the studio floor.

So we found ourselves today for four hours following the dancers on what is going to be the next great ballet production in Dresden. To get a glimpse of what to expect here the first of "Making of 'Carmen'" videos:


More about "Carmen" (ticket availability, prices, cast, etc.) via the Semperoper website, Semperoper Ballett pages (Instagram, Youtube, Facebook) and of course via the official hashtag on Twitter #SODCarmenBallett.

Reflection on the hours of the morning, in the known and well used #PresencingStatus manner:
  1. Good - having decided for all four hour-long sessions today; experience the diversity of the dancers; getting more excited to see the upcoming; good to see Anna Merkulova back after such a long time; reminding myself of the first connection with the company during the training sessions back at the Open Day 2010 which pulled my interest
  2. Tricky - not having taken the bananas and water upstairs (there was literally no time to get it downstairs); little time to chat
  3. Learned - almost no known faces in the participants' rows (always tricky to make other people curious about something they have no real clue what to expect); people in the resale business who work on Saturdays just miss opportunities like these (we met a neighbour on our way to town in the morning, and he told us that he did not know about that opportunity); time is running pretty fast when you are literally in the "flow" (four hours felt like nothing); ballet is always a place of learning more about human dynamics, and system dynamics in practice
  4. Action - great would be some kind of chat/networking gathering over coffee where dancers, ballet masters, pianists, other persons of the production and interested spectators can meet afterwards (at an appropriate place and time, like a small kind of meetup)

In Two Words:

Don't miss!

Saturday, December 29, 2018

Rückblick und Ausschau auf das Jahr 2019

Fast genau auf den Tag genau vor zehn Jahren, genauer gesagt am 23. Dezember 2008, kehrte ich nach Dresden zurück. Doch warum?

Das Jahr 2008 war nicht nur weltgeschichtlich wegen der globalen Finanzkrise ein für uns alle einschneidendes Jahr. Für mich war es zugleich der Verlust eines über fast ein halbes Jahrzehnt geschätzten Arbeitsortes, der meine inneren Stärken erst richtig zur Geltung gebracht hatte. Während dieser Zeit erfuhr ich von einer Teilnehmerin auf der Internationalen System Dynamics Konferenz im Sommer 2006 in den Niederlanden, dass ich ein sogenannter "Boundary Spanner" sei. Mir war der Begriff gänzlich unbekannt bis zu diesem Zeitpunkt und doch fühlte ich mich umgehend beschrieben als jemand, der es versteht, zwischen unterschiedlichen Kulturen (auch innerhalb einer Organisation) zu kommunizieren, Menschen miteinander in Beziehung zu bringen und als "menschlicher Katalysator" bei Problemlöseprozessen zu agieren. 

Während des Jahres 2008 war ich auf mehreren internationalen Workshops und Konferenzen und erzählte einem meiner Mentoren, einem Hochschulprofessor, in Dresden davon. Als ich das Format World Café erwähnte, empfahl er mir, mich mit der Initiative "Genius Hellerau" in Verbindung zu setzen, die von einem alten Nachbarn aus Münchner Zeiten von ihm organisiert wurde. So kam es, dass ich mich eines Nachmittags am 13. Juni 2008 im Gebäudeensemble Hellerau zum 3. Hellerauer Kreis (UPDATE: die Website ist im Jahr 2019 eingestellt worden) einfand.

Den 4. Hellerauer Kreis besuchte ich gemeinsam mit einem Vertreter der finnischen Managementhochschule Team Academy am 12. September 2008. In Finnland hatte ich erst einige Wochen zuvor persönlich diese Hochschule erlebt. Ich war fasziniert von der Tatsache, was angesichts einer drohenden Wirtschaftskrise. Zum Zeitpunkt der Gründung von Team Academy Anfang der 90er Jahre befand sich Finnland und insbesondere die waldreiche Region um Jyväskylä in Mittelfinnland in einer starken Rezension. Ein findiger Hochschuldozent der dortigen Hochschule für Technik und Wirtschaft (den hiesigen HTWs vergleichbar) hatte die pfiffige Idee, StudentInnen live am realen Objekt (AKA einer eigenen von einem Team geführten Firma) wirtschaftsrelevante Studieninhalte vermitteln zu lassen.

Das Konzept und auch die bereits gemachten persönlichen Kontakte sowie der im Winter 2009 folgende einwöchige Workshopaufenthalt in Finnland ließen den Plan reifen, etwas Vergleichbares im vom Aufbruch trotz der sich andeutenden Wirtschaftskrise gezeichneten Dresden ebenfalls auf die Beine zu stellen. Ein Konzept beim Businessplan Wettbewerb von futureSAX mit dem Namen "Team Lea(r)ning Experience" (der Name setzt sich zusammen aus:  Teams, die Erfahrungen (experiences) unter dem Framework Lean, d.h. Mehrwert schaffen in kürzerer Zeit bzw. geringerem Ressourcenaufwand) war schnell gefunden.

Doch etwas machte mich schon damals stutzig. In einem der Workshops, die von futureSAX veranstaltet wurden, einige Teilnehmer hatten ambitionierte Projektideen vorgestellt, die oft jedoch erst in der Kombination mit anderen Ideen nachhaltige Geschäftsideen machen konnten, kam die Aussage des Workshopleiters an alle im Raum unvermittelt, "Wenn Sie keine Million Euros vor Augen haben, dann sollten Sie gar nicht erst anfangen, Ihre Idee umzusetzen!"

Angesichts der Geschichte Helleraus gut ein Jahrhundert zuvor hatte ich Hoffnung, dass sich an diesem Ort fasnzinerend Neues in kurzer Zeit entwickeln würde. So machte ich mich am 12. Dezember 2008 auf den Weg nach Hellerau zum 4. Hellerauer Kreis. Dort stellte ich die Idee von "Team Lear(ning) Experience" vor und war guter Dinge. Tage später machte ich alles für einen Umzug nach Dresden klar, um die Vision an dem Ort, der für mich (bis zu diesem Zeitpunkt) für Innovation und schnelle Umsetzung neuer Ideen stand, in die Tat umzusetzen.

Womit ich damals nicht rechnen konnte, Veränderungen politischer Natur, deutsche Reglementierungen und deren strikte Auslegung sowie Zurückhaltung von Personen und Organisationen angesichts der aufkommenden Unsicherheit, sich auf Neues jeglicher Art einzulassen.

Warum ich auch nach zehn Jahren die Hoffnung nie aufgegeben habe kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Dass die Vision, die aus der Tätigkeit während des Hochwassers in Dresden als Operativer Leiter der Hochwasserhilfe und meiner anschließenden Arbeit beim Werksaufbau des BMW Werk Leipzig lebt und wächst, oft an nicht gedachten Stellen, ist sicher. Gespräche in Stadt und Land mit Personen des öffentlichen Lebens, Wissenschaftlern und Unternehmern zeigen, dass etwas Großes, oft erst mit den kleinen Dingen und Erfolgen, möglich ist. 

Der MOOC "u.lab - Leading From the Emerging Future", den das Presencing Institute zusammen mit der Online-Lern-Plattform edX seit 2015 jährlich zwischen September und Dezember durchführt, hat einen gehörigen Teil dazu beigetragen. Nicht nur, dass es inzwischen eine Gruppe von Interessierten von Theorie U bzw. u.lab in Dresden gibt (ulabsaxony DresdenULabHub), auch die internationalen Verbindungen zu anderen Teilnehmern gab immer wieder positive Impulse.

Auch und besonders in Sachsen - LASST ES UNS GEMEINSAM REALITÄT WERDEN! Die Anfänge lassen sich überall erkennen, wenn man aufmerksam und achtsam schaut, und das im ganzen Freistaat Sachsen.

Allen, die dies lesen wünsche ich von Herzen einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg in allen Lebensbereichen

Euer Ralf


PS.: Wie vergleichbare Gedanken im Kontext einer kleinen Stadt in Mittelsachsen aussehen, davon kann man sich in Augustusburg, einer kleinen Stadt südöstlich von Chemnitz, überzeugen. Seit Januar 2017 gab es drei persönliche Besuche dort in unterschiedlichen Kontexten. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Dinge sich dort entwickeln. Wie immer sind es auch hier Personen, die das möglich machen vom Bürgermeister bis hin zu engagierten Bürgerinnen und Bürgern.





Wednesday, November 21, 2018

Labyrinth - Titel eines vierteiligen Ballettabends und der Gang des Lebens

Vor einigen Wochen feierte der vierteilige Ballettabend "Labyrinth" des Semperoper Ballett an der Semperoper seine Premiere. Bis zum 21. November (heute) stehen noch fünf Aufführungen in dieser Spielzeit für die Möglichkeit eines Besuchs dieser faszinierenden Collage aus den unterschiedlichsten Stilen moderneren Baletts zur Auswahl. Alle Stücke werden übrigens live von der Staatskapelle Dresden begleitet, was insbesondere bei moderneren Stücken nicht immer üblich ist.

Aaron S. Watkin hat seine Vision  an diesem Abend einmal mehr auf der Bühne manifestiert. Vom bekanntem neoklassishcem George Balanchine über die selten getanzte Martha Graham und den bereits am Haus bekannten Ohad Naharin hin zu einem "unbekannten" jungen Choreographen aus eigenen Reihen der Company, Joseph Hernandez, reichte der Bogen. Die Eindrücke konnten nicht unterschiedlicher sein. Übergreifende Klammer der vier Stücke, die die Zeitspanne von 1946 bis hin zu 2018, ist das Layrinth der Emotionen (ob positiv oder negativ), der wir uns alle beständig im Leben individuell und kollektiv auseinandersetzen. Oft sind wir in unserem eigenen "Gedankenschloß" ("Interior Castle" ein animierter Videoclip einer Teilnehmerin des MOOC "u.lab - Leading From the Emerging Future", an den mich der Abend spontan erinnerte) gefangen, sehen und spüren weniger unsere persönlichen Emotionen und wie diese unsere Handlungen beeinflussen.

Das Stück "Die Vier Temperamente" von George Balanchine mit Musik von Paul Hindemith, der diese als Auftragsarbeit bereits 1940 komponierte zeigte die Präzission, den immer wieder faszinierenden "Tanz auf Spitze" und die physische Ästhetik, der durch die schlichten in Schwarz und Weiß gehaltenen typischen 40er-Jahre Tanztrikots, die die Tänzerinnen und Tänzer des Semperoper Balletts insbesondere im großen Team auf der Bühne beherrschen. Besonders hervorzuheben ist, dass zahlreiche Ensemblemitglieder sich am Anfang ihrer Tanzkarriere befinden.

"Errand into the the Maze", uraufgeführt nur ein Jahr später, 1947, am gleichen Ort wie "Die Vier Elemente" hätte nicht unterschiedlicher sein können. Daran anschließend "Black Milk" von Ohad Naharin, der schon in der Vergangenheit faszinierende Produktionen wie "Minus 16" (Video des vierteiligen Abends "Bella Figura" (ab 1:50 min) gemeinsam mit dem Sempeeroper Ballett auf die Bühne der Semperoper brachte.

Zum Abschluss das bereits erwähnte neue Stück von Ensemble-Mitglied Joseph Hernandez "SONGS FOR A SIREN"- hierzu bedarf es keiner weiteren Worte, die Bilder, Emotionen und die in einem selbst aufsteigenden Assoziationen und Fragen einfach wirken lassen.

Wer sich noch schnell entscheidet, heute ist wirklich die letzte Chance (Beginn 19 Uhr), hier ein kurzer Einblick in die vier Stücke oder auf dem Youtube-Kanal des Semperoper Balletts.

Presencing Status (short feedback on four short questions):

  • Good - exzellenter Querschnitt, Live-Begleitung durch die Staatskapelle Dresden und Alfredo Miglionico
  • Tricky - nichts außer, dass ich diesen Artikel noch am Premierenabend begonnen hatte und erst heute mit der anstehenden letzten Vorführung "Hals über Kopf" beende 
  • Learned - Gedanken freien Lauf lasen und Assoziationen mit Bekannten nachspüren
  • Action - Empfehlung aussprechen

Friday, December 29, 2017

Cassandras haben es schwer - besonders in heutigen vernetzten Zeiten

Final Curtain
Vor einigen Wochen hatten "Les Troyens / Die Trojaner" von des französischen Komponisten Hector Berlioz ihre in der aktuellen Spielzeit 2017/2018 letzte Aufführung an der Semperoper Dresden. Auf den Tag genau einen Monat zuvor feierte diese Oper mit wagnerianischer Länge (ca. 5 Stunden inklusive zwei Pausen) ihre Premiere mit sehr unterschiedlichen Kritiken (in der Regel ein Zeichen, dass es sich lohnt, sich persönlich ein Bild von der Inszenierung zu machen und die Deutungshoheit nicht den Premierenkrititern zu überlassen, siehe Links zu weiteren Rezensionen am Ende des Beitrags).

So stand zur letzten Vorstellung in dieser Spielzeit ein Besuch dieses musikalischen und visuellen Marathons auf dem Programm und er belohnte über alle Maßen (auch wenn das Parkett noch wesentlich mehr Besucher vertragen hätte, die Ränge hingegen waren gut besucht).

Was macht die Oper, neben den kontroversen Kritiken, so außergewöhnlich? Hector Berlioz hatte "Les Troyens" als "Grand Opera" inszeniert und vor allem der Chor sollte auf der Bühne eine entscheidende Rolle spielen. Was konnte also Besseres passieren als das 200. Gründungsjubiläum des Sächsischen Staatsopernchores im Jahr 2017 zu nutzen. Wie in kleiner Runde mit Intendanz, Dramaturgie und Technischer Direktion am Tag der Offenen Tür gut eine Woche vor der Premiere zu erfahren war, sollten sich 120 Sängerinnen und Sänger bei diesem opulenten Werk auf der Bühne tummeln. Eine Herausforderung der besonderen Art, denn diese Masse an Protagonisten muss erst einmal auf der Bühne untergebracht werden.

Die Geschichte in aller Kürze, wenn auch die emotionalen und komplexen Verbindungen der Protagonisten auf der Bühne wesentlich darüberhinaus gehen. Die wenigen Zeilen aus dem Text auf der Webseite der Semperoper bringen es auf den Punkt:
"Troja und Karthago - in beiden Städten herrscht ein trügerischer Friede. Zwei Völker befinden sich nach Belagerung, Krieg und stürmischer Zeit in Erwartung friedlicher Prosperität. Helden werden betrauert, Helden werden besungen, tote Helden mahnen die Überlebenden. In Zerstörung und Niedergang werden beide Völker enden, die deutlichen Vorzeichen ignorierend."
Die Handlung selbst ist bereits von Berlioz in das Europa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert gelegt worden als die enorme Technikentwicklung, die in der ersten Pariser Weltausstellung 1855 einem breiten Publikum vermittelt wurden, in vollem Gang war. Es war schon nicht mehr das Troja und Karthago, das wir aus Sagen kennen.

Was die Oper so interessant macht, sind nicht nur die dynamische Komplexität auf der Bühne und die Bezüge zu heutigen Umständen, deren Auswirkungen über die Zeit oft nur von Wenigen erkannt und artikuliert werden, sondern vor allem, bedingt durch die Länge der Inszenierung, die Notwendigkeit des Publikums, sich auf das Ganze einzulassen und förmlich bis zum Schlussaccord, gesungen von Christa Mayer, die in ihrer Rolle brillierte (schauspielerisch wie sängerisch), einzulassen.

Zugegebenermaßen bis zur 1. Pause war auch mir ein Einlassen auf die Musik und das "bunte Treiben" auf der Bühne schwierig. Nach der Pause und einem "Sacken" des Gesehenen und Gehörten kamen nach und nach vor dem geistigen Auge die Bilder anderer "Rufer in der Wüste" oder Cassandras in den Sinn.

Mit der zeitgleich in Bonn stattfindenden Klimakonferenz #COP23, die just in der Woche nach der letzten Aufführung von "Les Troyens / Die Trojaner" stattfand, ist es wert, an Jay W. Forrester und sein Team von DoktorandInnen zu erinnern. 1972 verfassten sie den Bericht "Limits to Growth" (damals initiiert vom Club of Rome und kofinanziert von der Volkswagen Stiftung) zum zukünftigen Zustand der Welt. Über 40 Jahre ist dies nun her. Wurden die Rufe (bislang) erhört? Teilweise ja, doch gesamtgesellschaftlich, so wie das Volk der Trojaner den düsteren Weisagungen der Cassandra Glauben schenkte?

Mitnichten.

Kurzkritik in Form des bewährten #PresencingStatus:

  • Good - stimmgewaltiger und diferrenzierter Chor, der in dieser Oper seine wahren Fähigkeiten zum Ausdruck bringen kann; eine schauspielerisch und sängerisch hervorragende Christa Mayer (festes Mitglied im Ensemble); eine faszinierende Koproduktion sämtlicher Abteilungen des Hauses (vor allem Techniker, Werkstatt und Kostümmacher)
  • Tricky - (anfangs) die Länge der Aufführung; ohne vorheriges Konsultieren des Programmhefts sind Opern dieses Umfangs und Neuigkeit schwerlich in ihrer Gänze zu erfassen; anfängliche Rezensionen von Premierenkritikern hätten auch "abschreckend" wirken können (glücklicheweise gab es zwischenzeitlich weitere Rezensionen, die die Sicht auf die Inszenierung relativierten); "Eiseskälte" im Zuschauerraum (glücklicherweis wurde nach Hinweis an der Garderobe die Temperatur ein wenig erhöht; möglicherweise hängt das Phänomen mit der Überholung der kompletten Klimaanlage vor einigen Jahren zusammen; seitdem sind die Wintermonate anders als früher nicht mehr so intensiv von uns zu Besuchen genutzt)
  • Learned - je "unbekannter" (nicht einmal der Reclam-Opernführer von 1956 führt Hector Berlioz auf) die Oper, desto länger die "Lernkurve" und Verknüpfung mit der Gegenwart und eigenem Erleben (man muss sich Zeit nehmen und den Impuls der "vorschnellen Kritik" aktiv zurücknehmen)
  • Action - Reinhören in die 5-teilige Podcast-Serie "Die John Fiore Show", in der der Dirigent der Inszinierung, zur Musik der unterschiedlichen Akte Detailausführungen gibt, die einem ansonsten verschlossen bleiben und auch helfen, die Oper in ihrer Komplexität einzuordnen (in die damalige Realität und auch aktuelle Bezüge)


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Weitere Rezensionen zu "Les Troyens/ Die Trojaner" an der Semperoper Dresden: 

Deutsch

Englisch

Französisch
El cronista errant

Wednesday, October 18, 2017

Chemie - Gesellschaftlicher Katalysator? Roald Hoffmann macht es wahr!

Startfolie des Preisträgervortrrags
von
Prof. Roald Hoffmann
Roald: From a refugee camp in Wasseralfingen, books of Marie Curie and George Washington Carver in German, to America

(Roald: Von einem Flüchtingslager in Wasseralfingen, Bücher von Marie Curie und George Washington Carver auf Deutsch, nach Amerika)

Am 10. September 2017 feierte die die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) das Jahr ihres 150-jährigen Bestehens mit einem Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Höhepunkt des Abend war die erstmalige Verleihung des Primo-Levi-Preises an Prof. Roald Hoffmann, Nobelpreis in Chemie (gemeinsam mit Kenichi Fukui) 1981.

Primo Levi, italienischer Schriftsteller und Chemiker, der den Holocaust überlebte (ähnlich wie der Preisträger auch), hat mit seinem schriftstellerischem Wirken die Chemie in weite Teile der Bevölkerung getragen. Darüber hinaus hat er mit seinem autobiografischen Werk "Ist das ein Mensch?" über seine Erfahrungen während seines 11-monatigen Zwangsaufenthalts im Konzentrationslager Auschwitz einen Platz in der Weltliteratur eingenommen.

GDCh Präsidentin Thisbe K. Lindhorst und Prof. Roald Hoffmann
Mit dem Primo-Levi-Preis, der von der GDCh und der Italienischen Chemischen Gesellschaft (Societa Chimica Italiana) gemeinsam verliehen wird, werden "Chemiker oder Wissenschaftler chemienaher Disziplinen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für die Wahrung der Menschenrecht einsetzen und damit den Dialog zwischen der Chemie und der Gesellschaft voranbringen" (Auszug aus der Pressemitteilung der GDCh vom 6. Juni 2017).

Roald Hoffmann, bedingt unter anderem durch seine Kindheit, geboren 1937 damals im polnischen Zloczow (heute zur Ukraine gehörig) ist ein "Brückenbauer" (Boundary Spanner via P2P Foundation) zwischen unterschiedlichen Kulturen und Disziplinen. Der Titel seiner Nobel Lecture anlässlich der Nobelpreisverleihung 1981 "Building Bridges between Inorganic and Organic Chemistry" lässt den interessierten Leser bereits vermuten, dass sich darunter mehr verbirgt als ausschließlich die Leidenschaft eines Chemikers im Kontext mit Atomen und Molekülen.

Kunst, Poesie und Philosophie sind die Felder, in denen Roald Hoffmann ebenfalls seit Jahren aktiv tätig ist, wie auf seiner Website zu entnehmen. Nicht ohne Grund ist die Kunst und die mit ihr verbundenen Künstlerinnen und Künstler ein Katalysator für gesellschaftlichen Wandel hin zu größerem Verständnis gegenüber der Wissenschaft (die, falls wir nicht selbst damit zu tun haben, uns abstrakt und im "strengen Sinne" überflüssig vorkommt, da wir sie in geringem Maße in unserer persönlichen Erlebenswelt einordnen können) und zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Auf den Malta Conferences, die sich dafür einsetzen, die Kraft der Diplomatie der Wissenschaften für ein friedfertiges Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen im Nahen Osten einzubringen ist er ebenfalls ein regelmäßiger Teilnehmer, so auch in diesem Jahr im Dezember.

Jan Kollwitz (li.)
Roald Hoffmann (re.)
Besonders faszierend ist die gestiftete Keramik, die in tradioneller japanischer Technik von Jan Kollwitz, dem Urenkel von Käthe Kollwitz, die ihre letzten Lebensjahre in Moritzburg unweit Dresdens verlebt hat,  produziert worden ist. Just in dieser Woche, am morgigen Donnerstag, eröffnen die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) im Kupferstichkabinett eine Sonderausstellung anlässlich des 150. Geburtstages von Käthe Kollwitz - man mag es für eine zufällige "Laune" der Geschichte halten und doch treffen wiederum unterschiedliche Stränge der Geschichte in Dresden in Form der Kunst zusammen.






Zusammenfassung des Erlebten während (und nach) der Eröffnungsfeier des Wissenschaftsforum 2017 (#wifo2017) im bewährten #PresencingStatus:

  • Good - Konzerthaus am Gendarmenmarkt war der passende Ort, um Wissenschaft, Kunst und Publikum emotional zu verbinden 
  • Tricky - mehrfache Anläufe zum Aufschreiben der Erinnerungen an diesen faszinierenden Abend in Berlin "scheiterten"
  • Learned - manche Dinge, wie das Schreiben dieses Artikels, benötigen mehr Zeit als vermutet, vor allem wegen der verfältigen Verflechtungen und Dockingpunkte mit anderen Dingen (SKD, Semperoper Ballett, Deutsche Physikalische Gesellschaft, Dialogmiteinander, Flüchtlingskrise, Bundestagswahl, Diversity, ...)
  • Action - Wie könnte ein Prototyp im Rahmen des MOOC "u.lab - Leading From the Emerging Future" aussehen, der die Vielfalt (diversity) von Personen, Erkenntnissen sowie Erlebnissen, die die offenbaren Grenzen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft verschmelzen lassen und visuell oder in anderer geeigneter Form für andere erfahrbar macht? 

Tuesday, October 10, 2017

Industrie 4.0 und die Jungen Neugierigen

Am Freitag, den 6. Oktober 2017, machte der Global Manufacturing and Industrialization Summit (GMIS) auf seiner GMIS Roadshow, u.a. über New York City, Paris und Peking, bei GLOBALFOUNDRIES Fab1 im Dresdener Norden Station. Bereits einige Wochen zuvor war das Event nicht nur auf Facebook sondern auch über den offiziellen Twitteraccount GMISummit angekündigt worden (siehe links).

Worum geht es? Warum gerade in Dresden als erste und somit einzige Station in Deutschland auf der GMIS Roadshow, die bereits in New York City, Paris und Letztens in Peking Station machte?

https://gmisummit.com/thesummit/the-initiative/
GMIS wurde 2015 auf Initiative der Vereinigten Arabischen Emirate in Kooperation mit der UNIDO (United National Industrialization and Development Organization) sowie SIEMENS und GE gegründet. Im Frühjahr dieses Jahres fand der erste GMISummit in Abu Dhabi an der dortigen Universite Paris Sorbonne Abu Dhabi statt. Statt der erwarteten 1.500 Teilnehmer waren es rund 3.000 Teilnehmer aus allen Bereichen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um zu erfahren und zu erörtern, wie die weltweite Fertigung (engl.: manufacturing) zukünftig aussehen könne bzw. gestaltet werden soll, um die Sustainable Development Goals der UN gemeinsam zu erreichen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind über den staatlichen Investmentfonds Mubadala, der Alleineigentümer des Chipproduktionswerkes GLOBALFOUNDRIES Fab1 (das größte seiner Art in Europa und mit ca. 3.500 MitarbeiterInnen aus 50 Nationen), seit Jahren intensiv mit dem Freistaat Sachsen verbunden. Ministerpräsident Stanislaw Tillich begrüßte die ca. 50 Teilnehmer im Konferenzzentrum und betonte, nicht nur in seiner Funktion als Ministerpräsident sondern auch als Ingenieur, dass "... Sachsen als starker Wirtschaftsstandort und innovative Region in Europa steht dank vieler engagierter Unternehmer und kluger Köpfe mittendrin. ... Es ist uns gelungen, die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung und Entwicklung bis zur Produktion im Freistaat zu etablieren. Und es sind gerade auch die kleinen und mittleren Unternehmen, die mit ihrer Tatkraft und ihrem Ideenreichtum zu diesem Erfolg beitragen."

Badr Al-Olama, GMIS
Badr Al-Olama, Head of GMIS und Head of Aerospace Business Unit - Mubadala Investment Company (Strata Manufacturing, zertifizierter Lieferant von Composite-Teilen für Boeing und Airbus), und spezieller Gast an diesem Morgen brachte es mit einem kurzen Fakt auf den Punkt. Der Börsenwert von Apple (ehemals "nur" ein IT-Unternehmen) stellt mit seinem Börsenwert die gesamten Gründungsunternehmen des GMIS (zu denen auch SIEMENS und GE zählen) in den Schatten. Die Wirtschaftslandkarte hat sich im vergangenen Jahrzehnt enorm gewandelt. Unternehmen wie Apple und Google sind inzwischen auch im Bereich von Robotics, autonomes Fahren und anderen (digital getriebenen) Industriefeldern tätig und zunehmend als Produzenten aktiv. "How do we make manufacturing aspirational?" ("Wie machen wir die Produktion anziehend?") - ein Satz von Badr Al-Olama, der die Intention des GMIS auf den Punkt bringt und zugleich aufzeigt, welche Herausforderungen bevorstehen.

Dass dies möglich ist, zeigten erfolgreiche Akteure aus dem sächsischen Mittelstand, wie die XENON Automatisierungstechnik GmbH mit Sitz in Dresden sowie der FEP Fahrzeugelektrik Pirna GmbH, die beide mit mehreren hundert Mitarbeitern nicht nur Wertschöpfung in Sachsen, sondern auch global schaffen und dabei auch das Thema Digitalisierung aktiv umsetzen.

In einer hochkarätig besetzten Diskussion beleuchteten Vertreter von Fabmatics GmbH, SIEMENS AG Business Unit Factory Automation, Fraunhofer IWU sowie FEP Fahrzeugelektrik Pirna GmbH unter Moderation von Dr. Gerd Teepe, Director Marketing for Europe, Globalfoundries die Auswirkungen der Digitalisierung auf die sächsische Wirtschaft, sowie deren Chancen und Herausforderungen.



https://twitter.com/UNIDO/status/916240750446292992
Die Relevanz der digitalen Transformation und die internationale Vernetzung innerhalb der Wertschöpfungskette für die sächsische Wirtschaft betonte Stanislaw Tillich nicht nur in seiner Funktion als Ministerpräsident des Freistaat Sachsen, sondern auch als Ingenieur, der an der TU Dresden seinen Abschluss machte. Die anschließende Unterzeichnung des Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH und der GMIS setzte ein weiteres Zeichen für eine künftige Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Noch sind es knappe zwei Jahre bis zum nächsten Global Manufacturing and Industrrialization Summit in Russland in Jekatarinenburg, #GMIS19. Hinreichend Zeit für sächsische Unternehmen der Fertigungsbranche, sich mit anderen lokalen Unternehmen zu vernetzen und darüber hinaus die vielfältigen Möglichkeiten der sächsischen Forschungslandschaft, angefangen von der E3 Forschungsfabrik in Chemnitz, dem Smart Systems Hub und dem DLR Institut für Softwaremethoden zur Produktvisualisierung, Zentrum für Additive Fertigung Dresden (AMCD) und anderen aktiv zu nutzen.

Kurzfazit in Form des bewährten #PresencingStatus (ein Standardprozess der Reflexion, der aus Theorie U bzw. dem MOOC #ulab hervorgangen ist):

  • Good - einwandfreies WLAN; Veranstalter (GMIS & Globalfoundries) selbst auf zahlreichen Social Media Kanälen aktiv während der Veranstaltung
  • Tricky - kurze Anmeldungsvorlaufzeit (nicht 100%iger Rückmeldeprozess); kein Laptop dabei (Tippen auf dem Smartphone eine langwierige Angelegenheit)
  • Learned - die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits (auch im Industriekontext, wie Mubadala) die traditionellen Kommunikationsmethoden exponentiell erweitert (Twitter, Instagram, Facebook, Youtube);
    "Wir sind noch viel zu langsam! Egal was sie machen, tun Sie es zweimal so schnell!" - Prof. Dr. Matthias Putz, Fraunhofer IWU
    "Win-Win-Situationen möglich machen!" - MP Stanislaw Tillich;
    "How many people here are born in the 80's here? And 90's I'd assuming nobody?" - Badr. Al-Olama in seinem Abschlussstatement (niemand im Publikum ist in den 80ern geboren, vier Teilnehmer in den 90ern);
    "We [UAE] always ask ourselves:'Why not?' Not, 'Why should things happen the way they are?'" - Badr Al-Olama 
  • Action - aufmerksam nach wertschöpfenden Möglichkeiten und Verbindungen Ausschau halten, die eine Win-Win-Situation für den Freistaat Sachsen und GMIS darstellen und möglich machen
Ausgewählte Berichte über die GMIS Roadshow in Dresden am 6. Oktober 2017:


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