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Monday, March 20, 2017

Condensed Matter and why it Matters

Vom 19. bis 24. März 2017 findet erneut auf dem Campus der TU Dresden (dies im Wechsel mit Regensburg) die größte der Frühjahrstagungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. statt. Wie heute morgen auf dem Pressegespräch zu erfahren war handelt es bei dieser Tagung um die Tagung der Gruppe Condensed Matter bzw. Festkörperphysik (sie beschäftigt sich hauptsächlich mit magnetischen Phänomen und neuen Materialien und macht ca. die Hälfte rund 62.000 Mitglieder der DPG aus) nebst weiterer Gruppen. Außergewöhnlich ist die bei einer wissenschaftlichen Tagung explizit erwünschte Beteiligung über Social Media (speziell Twitter) und Nennung des offiziellen Tagungshashtags #DPGDD17 auf der Website sowie der verfügbaren App (für iOS und Android).

* siehe Ende des Berichts
Prof. Dr. Ludwig Schultz, ehemaliger Direktor des IFW Leibniz-Institut für Festkörper und -Werkstoffforschung Dresden und inzwischen wissenschaftlicher Koordinator von DRESDEN-concept (ein Zusammenschluss der TU Dresden und weiterer 23 wissenschaftlicher Institutionen im Raum Dresden) gab einen kurzen Abriss über Geschichte und Besonderheiten der seit 2003 auch in Dresden stattfindenden Frühjahrstagung. Wie schon in Regensburg getestet gibt es auch in Dresden inzwischen ein remote-Tagungsbüro (am Dresdner Hauptbahnhof), um die Anmeldeprozesse von registrierten Teilnehmer noch flüssiger vornehmen zu können. Damit hat die DPG gegenüber anderen wissenschaftlichen Konferenzen auch im Ausland ein ausbaufähiges Alleinstellungsmerkmal, das den mit der Bahn anreisenden Gästen der Konferenzen ermöglicht, umgehend bei Ankunft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des VVO unterwegs sein zu können. Über kommende Woche werden sich voraussichtlich rund 6.000 Physikerinnen und Physiker von Institutionen aus 45 Ländern (nicht berücksichtig sind hierbei die Zahl der Herkunftsländer, die wesentlich höher liegen dürfte).

Button zur Initiative
Angesichts der Vielfalt der vertretenen Kulturen und wie DPG-Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer betonte, "Forschung ist offen. Forschung braucht alle Köpfe dieser Welt." ist die Initiative "Physik ist weltoffen" gestartet worden. Nicht nur dass sich die DPG für Weltoffenheit, Toleranz sowie einen offenen Austauschen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt einsetzt, darüber hinaus gibt es bereits seit 2015 ein vom BMBF gefördertes Projekt "Physik für Flüchtlinge". Dieses wendet sich in erster Linie an geflüchtete Kinder und Jugendliche, um mittels des "Vermittlers" Physik und physikalische Phänomene, um Neugier, gegenseitiges Kennenlernen und Ankommen in der Gesellschaft zu ermöglichen. Nach einer ersten Pilotphase bis Mai 2017 ist die Förderperiode inzwischen bis 2018 verlängert worden. Ab Dienstag wird im Foyer des Hörsaalzentrums (HSZ) an der Bergstraße ein Infostand des Projekts zu finden sein.

Neben den obigen Aktivitäten ist auch zu erwähnen, dass noch im Sommer dieses Jahres in Jordanien das SESAME (Synchroton-light for Experimental Science and Applications in the Middle East) in Betrieb gehen wird. Ein Teilchenbeschleuniger basierend auf Grundlage des BESY in Berlin. Ziel dieses von der UNESCO unterstützten Projektes ist es, ähnlich wie das CERN, einen Ort zu kreieren, an dem WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Herkunftsländer aus der Region und darüber hinaus gemeinsam an Experimenten zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn arbeiten.

Drei Schwerpunkte sind Thema der Frühjahrstagung in Dresden, wie der wissenschaftliche Leiter Prof. Dr. Martin Aeschlimann, TU Kaiserslautern, erläuterte. Diese sind zu unterscheiden in Felder Phänomene und Materialien:

1. Skyrmionen (Phänome), die insbesondere für neue Speichertechnologien von Relevanz sind. Anders als bei herkömmlichen Speichermedien, die anfällig für Defekte sind, ermöglichen Solitonen darin einen dichten Verbund und somit Vermeidung von Defekten

2. Perowskit (engl.:Perovskite) (Materialien), in dieser Materialklasse sind neue Arten entdeckt worden, die für Effizienzgewinne von Photovoltaikk vielversprechend sind, wenn auch die Produktion noch nicht absehbar ist

3. Supraleiter (Materialien), hier sind neue Eisenselenid-Verbindungen entdeckt worden, die durch Druck auf das Material die erforderlichen Übergangstemperaturen (Übergang von normal zu supraleitend) auf 77° K anhebt. Dies zieht neben möglichem Einsatz von Stickstoff statt Helium auch entscheidende Aufhebungen von Baueinschränkungen z.B. bei MRT (hierzu gibt am Montag, 20 Uhr, HSZ 01 (Hörsaalzentrum an der Bergstraße, Haltestelle Technische Universität Dresden) von Prof. Dr. Jens Frahm vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Biomedizinische NMR Forschungs GmbH einen öffentlichen Abendvortrag mit dem Titel "Magnetresonanz-Tomografie - in Echtzeit")

Es dürfte erneut eine aufschlussreiche Woche für alle ReferentInnen und TeilnehmerInnen in Dresden sein, wo sich in 57 Hörsälen auf dem Campusgelände, mit Wegezeiten unter 8 Minuten und bestens ausgestattetem WLAN (sowohl EDUROAM, das jedem Wissenschaftler weltweit geläufig ist, als auch allgemeines WLAN, das zur Nutzung bereitsteht).

Gemeinsame Pressemitteilung der DPG Deutsche Gesellschaft für Physik e.V. und der Technischen Universität Dresden  (8/2017 vom 02.03.2017) mit weiterführenden Informationen und Links.


* Aufnahme aufgenommen unmittelbar nach dem Pressegespräch am 20.3.2017

v.l.n.r. Präsident der DPG Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer; Prof. Dr. Martin Aeschlimann, Sprecher der DPG-Sektion kondensierte Materie; Sara Schulz, Projektleiterin DPG-Projekt "Physik für Flüchtlinge; Prof. Dr. Kornelius Nielsch, Direktor, Institut für Metallische Werkstoffe (IMW) und Prof. Dr. Martin Schultz,  wissenschaftlicher Koordinator von DRESDEN concept, beide Chairs des lokalen Organisationsteams



Sunday, September 13, 2015

Chemie verbindet - Wissenschaftsforum 2015 Chemie der GDCh

Das Wissenschaftsforum 2015 Chemie der GDCh (Gesellschaft Deutscher Chemiker) zog vor wenigen Tagen (30. August - 02. September 2015) nicht nur 2.000 Wissenschafter aus Nah und Fern nach Dresden, sondern machte einmal mehr deutlich, welche Kompetenzen und Potentiale am "Standort am Rande der Republik" vorhanden sind und die es zu "wecken" gilt.

Es sollte das erste Mal sein, dass das Wissenschaftsforum 2015 mit all seinen Nebenveranstaltungen und Mitgliedersammlungen der unterschiedlichsten Fachgruppen im Osten Deutschlands stattfand, wie Prof. Dr. Michael Ruck, TU Dresden und Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe, und Vorsitzender des lokalen Organisationskomitees während der Pressekonferenz in der Börse Dresden betonte.

Dresden ist inzwischen in der allgemeinen Wahrnehmung als Standort des bedeutendsten europäischen Mikroelektronikclusters und diverser Forschungsschwerpunkte (z.B. Life Science, Nanotechnologie) der TU Dresden, die seit Sommer 2012 den Status einer Exzellenzuniversität trägt. Mit Chemie hingegen verbindet man die hiesige Wissenschafts- und Wirtschaftsszene nur selten. Die wenigsten werden wissen, dass Silikon in einer Nachbarstadt Dresdens, Radelbeul, mehr durch Zufall vom Chemiker Richard Müller entdeckt worden ist. Dabei, dessen sollten wir uns stets bewusst sein, steckt Chemie letztendlich in allem, was uns umgibt, vom Alltagsstoff bis hin zu neuen Werkstoffen (die Werkstoffwoche findet vom 14.-17. September 2015 übrigens ebenfalls in Dresden statt). 

Das Motto "Chemie verbindet", das betonte Dr. Thomas Geelhaar, Merck KGaA, Darmstadt und noch amtierender GDCh-Präsident (seine Nachfolgerin wurde auf dem Wissenschaftsforum 2015 gewählt und wird ab Januar 2016, die Präsidentschaft übernehmen), war nicht ohne Bedacht gewählt worden. Chemiker agierten in den vergangenen Jahrzehnten zu oft in ihren Elfenbeintürmen und hinter schwer dechiffrierbaren Formeln und Begrifflichkeiten, in einer immer komplexeren und mit großen Herausforderungen bedachten Welt (man denke an Energie, Nahrung und Wasserversorgung), die förmlich nach mehr Interdisziplarität und allgemeinverständlicher Kommunikation und neuen Formen der Wissensvermittlung rufen. Hier hat die während seiner Amtszeit gegründete Arbeitsgemeinschaft "Chemie und Gesellschaft" innerhalb der GDCh bereits einige Grundlagen für die Zukunft geschaffen, wie z.B. das Sonderheft "Der Menschenplanet - Aufbruch ins Anthropozän", das in enger Zusammenarbeit dem Deutschen Museum in München entstanden ist.

Dass die Vermittlung von Wissen, dessen Wert für die Gesellschaft und dessen Nutzbarmachung für Problemlösungen gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Art maßgeblich von der Sprache abhängt ist der Präambel der zuvor genannten Arbeitsgemeinschaft "Chemie und Gesellschaft" zu entnehmen:

"Hierbei sollten wir eine größere Bereitschaft zur Transdisziplinarität bis hin zum Brückenschlag 'Chemie und Geisteswissenschaften' zeigen und andere Disziplinen wie Kunst, Architektur oder Musik einbeziehen, um Begeisterung zu wecken"

Begeisterung wecken - das verwirklichte Prof. Dr. Stefan Hell, Träger des Nobelpreises in Chemie 2014, den er für seine Arbeit im Bereich der Fluorreszenzmikroskopie erhielt, mit seinem fulminanten Vortrag am letzten Tag des Wissenschaftsforums 2015. Die von ihm entwickelte Methode macht mikroskopische Auflösung unter die von Ernst Abbe postulierte ca. 200 nm (1/2 Wellenlänge des sichtbaren Lichts) hinaus möglich - dies durch einen (zunächst) physikalischen Trick. Selbstverständlich ist es mit Elektronenmikroskopen schon länger möglich geringere Auflösungen zu erreichen. Doch ist dies nicht z.B. bei lebenden menschlichen Zellen möglich. Durch bestimmte Substanzen können Zellenarten gezielt derart angeregt werden, dass sie Licht aussenden. Dies ermöglicht die Wahrnehmung mittels eines Lichtmikroskops. Jedoch sind bei der Sicht durch das Objektiv zur gleichen Zeit eine Vielzahl von Lichtpunkten innerhalb eines Schärfebereichs (ähnlich wie die bei einem Kameraobjektiv abhängig von der Blende der Fall ist).

Der geniale "Trick" den Prof. Stefan Hell umsetzte: die Leuchtanregung der nicht für die Beobachtung relevanten Zellen unmittelbar zu unterdrücken, d.h. sie dunkel zu lassen - "Make sure the molecule (cell) gets into the dark". Die Anzahl der An-/Aus-Zyklen entscheidet nun über die Auflösung und nicht mehr die Güte des Objektivs. Eine radikale, wenn auch schlichte, Idee, die zu zahlreichen Rückweisungen des Konzepts bei internationalen Journalen führte und ihm dann doch schlussendlich den Nobelpreis für Chemie 2014 gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen einbrachte.

Was ehemals als physikalisch-optische Frage begann hat sich nun gewandelt zu "Today it's a chemistry problem!", denn die Suche nach erforderlichen Molekülen, die die Fluoreszenz der Zellen unmittelbar ausschalten, hat erst begonnen.

In aller Kürze wie schon zu vergangenen Konferenzen, ob live oder digital begleitet hier der aktuelle PresencingStatus:


  • Good - Internationale Crowd in Dresden, sehr offene Chemiker-Gemeinschaft, die auch moderne Kommuniktionsmedien wie Twitter und Facebook aktiv nutzt (offizieller Hashtag und freies WLAN (!) in den Veranstaltungsräumen inklusive), Internetauftritt zweisprachig und die meisten der Vorträge auf Englisch
  • Tricky - bedingt durch die Masse an zeitgleichen Vorträgen war die Messe Dresden als Veranstaltungsort ausgewählt, die jedoch nicht in der Weise auf Konferenzen wie für Messen ausgerichtet ist (Steckdosen waren Mangelware in allen Räumlichkeiten, die diese bislang einzeln abgerechnet werden)
  • Learned - Wissenschaftsgemeinschaften, die über Jahrzehnte bzw. -hunderte in Fachkreisen kommuniziert haben ist ein Wandel hin zur Nutzung von neuer digitaler Kommunikationsmedien ein langer Weg, wobei die GDCh einen mutigen Schritt nach Vorne gewagt hat, der sich über Dauer auszahlen wird, auch um Chemie und dessen Bedeutung in Bevölkerung, Politik und Wirtschaft präsenter zu machen
  • Action - weiterhin über Felder und Fachdisziplinen schreiben, die als Boundary Object (siehe auch Beitrag zu Kartographie Boundary Object auf der 26. International Cartographic Conference Dresden 2013) die Fähigkeit haben andere Disziplinen und Stakeholder für breitere Ziel zusammenzubringen, sozusagen als Katalysator für die Zukunftsentwicklungen zu fungieren








Saturday, August 24, 2013

CARTOGRAPHY - The Boundary Object of Our Time

With the 26th International Cartographic Conference about to start from Monday on officially and pre-conference workshops such as on the field of geoinformation, infrastructures and standards led by Antony Cooper running this week already there is coming up the question on the WIFS ("What's in it for Society?") of cartography in general.

Cartography for most of us is seen only, and by far in the form of maps that we use for specific usage in traveling, land/ sea surveying, air traffic control, military, city planning, architecture, sewage infrastructure, disaster management, mobile computing, etc.

Is that really all?

By far not, and yet we have to dig deeper, as we try to find out and learn. Yesterday we had a chance to have a short conversation with Antony Cooper and his colleagues, and learned more.

Team of the workshop
The Commission on Geoinformation, Infractucture and Standards of the ICA is working, similar to the World Wide Web Consortium (W3C) or the International Organization for Standardization (ISO), to set the standards so exponentially increasing data provided by different stakeholders, and information gatherers can be jointly used in applications such as maps.

One thing that became immanently clear was that for creating the colorful maps it needs a grounded framework to build soundly error-free maps, and other spatial data using applications, across land, sea, and air space. Collaboration across different constituencies, stakeholders, institutions, cultures is needed to create sound quality maps that provide

Cartography, and especially around the field of spatial data information is acting as a boundary object to bring different stakeholders across national, and cultural boundaries together in a collaborative way, sort of "smoothforce" them to work together on one shared goal: making efficient use of given resources through mapping (paper, digital, institutionalized, crowdsourced, static, dynamic, interactive, ...)

If you got curious - just check the conference's website at http://icc2013.org or follow on Twitter #iccDD2013