Saturday, April 30, 2011

A Sweet Spell of Oblivion - Zukunft aus der Gegenwart

Ein süsser Zauber des Vergessens [English Translation]

Eine Ode an den Tanz und die Tänzer

"Es gibt Momente, in denen die Vergangenheit neben uns steht
und sich die Gegenwart für eine kurze Zeit in ihr spiegeln darf. In
einem solchen Augenblick vermischt sich Vergangenes mit Ver-
gänglichem zu einer neuen Existenz, immer auch die Ahnung ei-
ner Zukunft in sich tragend."

Michaela Angelopoulos, Textheft "Drei Farben Weiß"

Ballet öffnet die Zukunftsfenster unseres Denkens, dessen wir uns
nicht bewusst werden können (ohne äußere Impulse). Ergreifen wir
diese in dem sich ergebenden Augenblick werden wir oft selbst von
unserer Courage überrascht. Otto Scharmer, Entwickler von Theory U,
Forscher am MIT und Gründer des Presencing Institute hätte es nicht
besser ausdrücken können.

Die Fragen, die im Raum stehen: 

  • In welcher Weise lassen sich die individuellen Wahrnehmungen solcher Augenblicke gemeinschaftlich verbinden?
  • Was wird möglich wenn dies geschieht (selbst wenn es nur eine Handvoll Personen betrifft?
  • Welcher Raum/ "Container" (wie es in der Organisationsentwicklung heißt) benötigt es?

Friday, April 29, 2011

Poppea - Tannhäuser // Eines?

Sonntag 2. April 2011: Premiere von "L'incoronazione di Poppea" an der Dresdner Semperoper.

Montag 25. April 2011: "Tannhäuser" von Richard Wagner ebenfalls am gleichen Ort.

Was haben beide gemeinsam?

Beide Opern sind, wenn auch 200 Jahre in ihrer Entstehung von einander getrennt, aktueller denn je, und sie regen den offenen Geist zum Nachdenken an über die Situation in unserer Gesellschaft. Geht in dieser alles so von statten wie wir es wünschen? Allzu oft höre ich das Gegenteil und gleichzeitig die Worte "Ich kann doch eh nichts ändern!".

Wirklich?

Senneca und Tannhäuser, beides relevante und stückprägende Gestalten innerhalb des jeweiligen Plots verkörpern den am Rande der Gesellschaft stehenden Intellektuellen, der das Geschehen der herrschenden Klassen (sei es die an der Spitze oder die unten in der Gesellschaftspyramide) betrachtet. Solange solche Personen weit am Rand des tatsächlichen Geschehens aktiv sind nimmt man sie und das was sie sagen oder schreiben nicht ernst. Doch wehe wehe wehe wenn sie sich in die Mitte des Geschehens begeben!

Sind es wirklich Intellektuelle? Und welche Rolle spielen diese Charaktere (damals wie) heute?

Der amerikanische Soziologe C. Wright Mills  ist der Überzeugung "unabhängige Intellektuelle seien angesichts ihrer Marginalität entweder mit einem verzweifelten Gefühl von Machtlosigkeit konfrontiert oder müssten sich nolens volens als Mitglieder einer relativ kleinen Insider-Gruppe Institutionen, Verbänden oder Regierungen anschließen, die selbstherrlich und skrupellos lebenswichtige Entscheidungen treffen." (aus Textbuch zu "L'incoronazione di Poppea, S. 40, Repräsentationen des Intellektuellen, Edward W. Said).

Die klare und unverbrauchte Wahrnehmung der Realität, die Intellektuellen eigen ist wird oft nicht in Umsetzung gebracht, wenn Sprache oder Habitus (gepaart mit den oben genannten Phänomen) dazu führt, dass sie von der Masse der Menschen nicht verstanden werden. Und sie werden "ausgestoßen" aus dem "inner circle" der Macht oder des Machens, ihr Wort verstummt. Bis man sich eines Tages wieder an sie erinnert - wie an Senneca und Tannhäuser. Warum sonst sind diese Aufführungen nach hunderten von Jahren noch immer so gut besucht und ausverkauft?

Intellektuelle und ihre Gedanken und Taten sind Ausdruck einer "provozierenden Kunstform", die Menschen emotional berührt. "Würden wir uns sonst über diese Dinge aufregen? Was hat das mit der Realität zu tun? Das ist doch viel zu abstrakt!" - all das hört kann man immer wieder hören.

"Es ist für mich keine Frage, dass der Intellektuelle auf dieselbe Seite wie die Schwachen und die Nichtrepräsentanten gehört. .... Im Grunde ist der Intellektuelle in dem von mir gemeinten Wortsinn weder Friedensstifter noch Vermittler, sondern jemand, dessen ganzes Wesen auf einer kritischen Geisteshaltung beruht, einer Geisteshaltung, die nicht gewillt ist, gängige Formeln oder Klischees, geschweige denn die glatten, stets so entgegenkommenden Formulierungen und Gesten der Mächtigen und Erfolgreichen zu akzeptieren. " (aus Textbuch zu "L'incoronazione di Poppea, S. 41, Repräsentationen des Intellektuellen, Edward W. Said)

Intellektuelle in der damaligen - wie heutigen - Gesellschaft sind die Katalysatoren, die das Neue, Unaussprechliche in die Welt zu tragen (teilweise durch Sprache, Schrift und auch Taten). Genannt werden müssen sie deshalb unbedingt so, und schon immer ist das unbeschriftete Produkt zum Anregen des eigenen Nachdenkens anregender als das klar definierte - auch wenn es oft nicht einfach zu sein scheint.

Aus meiner Sicht wieder einmal interessant welche Verbindungen sich offenbaren, wenn man sich Opern genauer anschaut, insbesondere die Muster, die dahinter stehen. "Connecting the dots" könnte man auch sagen.

Wer das Textbuch von "L'incoronazione di Poppea" nicht besitzen sollte zum Nachlesen, ein Anruf bei der Semperoper oder ein Besuch der Schinkelwache gegenüber dem Residenzschloss in Dresden kann helfen. Es lohnt sich - ebenso wie ein Besuch der Oper, die in wenigen Tagen wieder auf dem Spielplan steht.

PS.: Für den etwas holprigen Text möchte ich mich entschuldigen und bin dankbar für jedwede Frage oder auch gut meinenden Kommentar. Vielen Dank!

Tuesday, April 26, 2011

Richard Wagner - Mind Pictures through the Fog

Easter - always a time of renewal. So every year Good Friday starts with a visit to church. The last couple of years the smaller version of the Frauenkirche, it's the small Loschwitzer Kirche made by George Bähr, the builder of Frauenkirche.

Why do I write this? It has much to do with what the title announces.

Easter is for several years my journey in finding the right spot to work (actually I do work a lot) and earn a decent income for living. Every time I fetch a different piece of new knowledge from the prayers. And so the Easter days went on reflecting on the past and where the "cracks in the future door" are to be seen and opened.

Over the past days several entries from non-Dresden folks appeared on Twitter about Semperoper. That immediately caught my interest. "What could have happened that has made the change?" Nahoko Gotoh wrote about a terrific performance of Tannhäuser ("hm, sounds like Wagner" - I thought by myself) and mentioning a following blog entry (there seem to be more opera fan writing than thought initially - good to know) - actually back in London by now. Best regards to London, where close by I happened to learn English some three decades ago in a two weeks "crash course" (staying at a family with no German contacts whatsoever - which made the game (without any course)!).

Thoughts are moving like rivers, sometimes everything goes straight, nothing special to talk about. Then out of the corner of the eye there is something changing, a small river from the side is approaching, new waters flowing into the thought stream, some turmoils, changes, new!

So I learned about someone else who just tweeted about arriving in Dresden for the Monday evening Tannhäuser performance.

And so Easter Monday started quite normal, visiting the 3rd FIGARO Operncafé Spezial at Rundfoyer of the Semperoper. Annette Jahns, one of the guests invited, a former singer at Semperoper talked about a song evening about Wagner some years ago. My synapses snapped in: Tannhäuser, Semperoper, Wagner, Bayreuth (actually there is something else right now Bayreuth is connect since a few weeks past). BTW I also met (the first time I have met someone I know at this event) Boris Michael Gruhl, organizer of the Danceweek (Tanzwoche) that is currently taking place (till 29th of April) in Dresden.

Not sure whether taking the courage to go to a performance with well over four (4) hours length I posted my concern on Facebook to some friends. I got genuine support and all but none told me: GO!!!

So I went, got a decently priced ticket and awaited  long afternoon-evening event. Of course I had challenged Wikipedia for Tannhäuser shortly before coming, now holding the textbook in my hands reading through the plot. While reading an older couple seated themselves beside me. I noticed that they only had the "Einleger" (showing all participants on and beyond stage for that particular performance). So I offered my textbook while I was writing on Twitter and we got into a short conversation. They were from Munich on holiday, having visited the Saxonian Switzerland, now seeing Peter Konwitschnys  Tannhäuser for the 2nd time. We exchanged names and wished each other a great time.

What followed then from 5 PM sharp (till 9:30 PM, with two twenty minutes breaks) was amazing, colorful, challenging, stunning (as the Australians like to say ;-)), and a learning session of its best. Though during the performance -I have to admit that- I was somewhat overwhelmed by my cold and tiredness.

  • Good: listening to my dear opera friends and going - THANKS to ALL of you!!! The work of the stage builders once a again an exceptional outcome full of color resonating with emotional feelings;  a furious Stephen Gould (Tannhäuser) taking us back to time and Tichina Vaughn (Venus; I have seen her at Rusalka where she also played exceptionally); the orchestra led by Peter Schneider held the play together over the complete time (awesome (!)); standing ovations (there must have been lots of fans in the house).
  • Tricky: the time length of the play - "Once upon a time in America" with four hours back in the 80's was aquivalent in time and reminded me of my several late night movie theatre visits (starting at 8 PM and finishing with sunrise) also back then. Not understanding to much of my "mother tongue" really "disturbed me, time for deep listening on YouTube to Wagner and other German operas. 
  • Learned: Deep learning happens when you feel uneasy doing something and at the same time learn that it is doable (by others).
  • Action: Take yesterday evening as another puzzle piece on my personal development path towards a place where my personal strengths can be put into action. Thank you Semperoper Crew for enabling such a great self-development environment!!!

Saturday, April 23, 2011

Giuseppe Sinopoli - ein Genie (auch in der Erinnerung lebend)

10 Jahre ist es her seit Giuseppe Sinopoli am Pult während eines Konzerts der Staatskapelle in Berlin aus dem Leben gerissen worden ist. Ein Genie nicht nur im musikalischen Sinne, denn er war auch noch ausgebildeter Psychiater und Archäologe hat uns ein großes Werk hinterlassen.

Copyright: http://www.brightcecilia.net
Nachdem am vergangenen Mittwoch das Orchester der Staatskapelle Dresden mit Christian Thielemann am Pult das "Concert to the 10th Anniversary of the Death of Giuseppe Sinopoli" in der Lukaskirche spielte findet sich in der heutigen SZ (Sächsischen Zeitung) vom 23.04.2011 eine exklusive Einleger-CD.

Bis letzten Herbst und dem Preisträgerkonzert in der Semperoper war mir der Name Giuseppe Sinopoli unbekannt. Doch mehr und mehr lerne ich über die besonderen Qualitäten des Ausnahmsdirigenten.

Danke  allen, die dies bisher möglich gemacht haben :)

Friday, April 22, 2011

Break Dance to Balanchine - Tanzwoche gestartet

Gestern Abend hieß es im Kleinen Haus des Staatsschauspiel Dresden Auftakt zur 20. Tanzwoche. Fast ausverkauft zeigte die Jubiläumsgala was (nicht nur) Sachsens Bühnen und TänzerInnen an Vielfalt und Können zu bieten haben.

Vor dem Damoklesschwert der aktuellen Sparsirenengesänge musste man sich wieder die Frage stellen, "Sollen wir darauf verzichten, bloß weil es Kunst heißt?" Wer sich unter den knapp 400 Gästen befand wird sicherlich das Gegenteil der Frage bejahen! Natürlich brauchen wir diese Art von Kunst, denn erstens sind die Empfänger der Botschaften so unterschiedlich wie die Darbietungen und Kunst war schon immer "fruchtbarer Humus" für neues Denken und Innovationen. Wenn nicht von der Kunst lernen, wo sonst hat man die Freiheit von Ausdruck in dieser Vielfalt!?

Ein wenig spät erschienen leitete mich eine charmante Mitarbeiterin auf die obere Tribünenhälfte und ich konnte die letzten Minuten des Ballett des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin genießen und gedanklich langsam in die schnell ineinander übergehenden Performances gelangen. Boris Michael Gruhl, Organisator und Macher der Veranstaltung führte geschickt mit kurzen Worten in die jeweiligen kurzen Stücke ein. Sobald er sich von seinem Stuhl erhob, um den Gang vor zur Bühne zu machen, "verstummte" das Publikum aus seinem Applausrausch - fast wie auf Kommando.

Für jeden Geschmack gab es etwas, was solche Art von Veranstaltungen immer wieder ausnahmslos gut macht, denn so gewinnt man in kurzer Zeit einen groben Überblick über vielfältige Ensembles in Nah und Fern. Kann sich dann gezielt für die oder diese Company entscheiden und schon mal auf den künftigen Wunschzettel der Besuche schreiben.

Furios war kurz vor der Pause die Beat Fanatics Family Dresden mit ihrer "Breakdance-Show", die ob ihrer artistischen Kunststücke eingebettet in selbstinszenierte Choreographie die Massen begeisterten. Unglaublich was Menschen fertigbringen können - man kam aus dem Staunen wirklich nicht mehr raus.

Das "Duett aus 'Love Song Letters'" des Ballett des Theaters Plauen-Zwickau überraschte positiv, denn von so einer doch "klein" anmutenden Company war dies nicht zu erwarten. Die Kostüme ließen nicht nur die Tänzer in das Zeitalter von Robert Schumann zurückbeamen. Modern und traditionsorientiert, dem Geist wurde einiges abverlangt bei den schnellen Wechseln - doch genau so macht Kunst Lust auf mehr. Was steckt dahinter? Wie sieht das gesamte Stück aus? Intention des Choreographen? - Fragen, die sich einem unwillkürlich stellen.

Dan Palleg und Marko E. Weigert von wee dance company aus Berlin -mit den "Schränken"- holten alle wieder zurück in die Jetztzeit. Faszinierend, was mit einer zugegebenermaßen außergewöhnlichen Requisite so zu machen ist - öffnet überraschend Horizonte und Blickrichtungen (im Denken - öfter einfach mal selbst anwenden).

Es sollte weiterhin eine Achterbahn des Tanzes werden, denn von diesem Experimentalstück aus ging es um 180° in das klassische Ballett zurück. Wir erlebten das Pas de deux aus George Balanchines' "Diamanten" getanzt von Elena Vostrotina und Raphaël Coumes-Marquet vom Semperoper Ballett.

Schalk und Schabernack war definitiv aus Prag zu erwarten und dies bewahrheitete sich mit Vesele skoky, Jolly Jumps Theatre aus Prag, die wiederum das Pendel der Aufmerksamkeit in eine ganz andere Richtung trieben.

Boris Michael Gruhl machte es spannend, als er nach Nachtasyl des Ballet Anhaltisches Theater Dessau eine Überraschung ankündigte. Und dies wurde wirklich eine, bis auf wenige im Publikum konnten nicht ahnen, dass zwei ganz Große des Balletts sich auf die Bühne bewegten:


Jiři und Otto Bubeniček (Beides Principal Dancer an der Semperoper Dresden bzw. Hamburg Ballett)


Es war grandios und so ging die Jubiläumsgala zur Eröffnung der 20. Tanzwoche Dresden langsam ihrem Ende entgegen. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Vielfalt an einem Ort und kurzer Zeit (immerhin war es nun doch fast 23 Uhr geworden) Hunger auf mehr macht. Ähnlich erging es zum Preisträgerkonzert an der Semperoper im Oktober. Immer wieder die beste Gelegenheit neue Fans und die es werden können für die Kunst zu begeistern und unter Umständen ganz neue Besucherkreise anzuziehen. Bei einem Gläschen Sekt klang der wunderbare Abend aus, nicht ohne auch noch einige Bekannte wieder- und neugetroffen zu haben.


Für die kommenden Tage "toi toi toi" an alle, wie es so schön stets vor den Premieren des Semperoper Balletts bei Facebook heißt.

Wednesday, April 20, 2011

Bayadère - Personal Leadership on Stage

Yesterday afternoon I read a tweet by István Simon about his second show as Solor with Natalia Sologub as Nikija in Bayadère. Being a "last minute man" going with the flow I tried the very last minute tickets (in my Tevas, just coming back from shopping - which made me feel a bit awkward amongst the people in fine robes) and was lucky (and off I went for changing for trousers and jacket - living just across the street does make that possible ;-)).

Seeing after Coppélia my second story-driven ballet, this time arranged by Aaron S. Watkin,  ballet director of Semperoper. Also this time I knew the main characters in advance and had seen other work of István at the "Inner Voice" played at Albertinum in October last year.

Always stunned by how the humming audience is silenced the moment the announcement for shutting off mobile phones. The start in the story followed a real dramaturgic approach: slow in the beginning, tuning in for the dancers and the orchestra as well. Not sure why I look so sensitively but that is probably what my passion and skill is in general. This helps a lot in understanding the emerging processes in any disciplinary, may it be a production line at an automotive manufacturer, creating a CoWorking space, or just observing the emergence of a new technology within given processes.

Photo: Ian Whalen
István and Natalia (see on left at rehearsal) certainly had some role models in my head that they "compared" to: Jiří Bubeničeck (video interview by New York City Ballet on Facebook) and Yumiko Takeshima, both some of Semperoper's principal dancers. One could clearly see the development over the course of the play that night. In the first act an almost missed grip (at least I had the feeling to sense that) by István caused some "ahs" and "ohs" in the audience. Remembering situations on the field playing Ultimate Frisbee, when someone drops the disc - the real mental strength of people emerges in situations like that. István and Natalia not only managed to get across that situation but improved immensely till the end.

Again it was worth going into the unknown field of ballet - always positive surprises that the Semperoper Ensemble (singers, dancers, orchestra players) provide. THANK YOU ALL!!!

  • Good: experiencing the high-level dancing and mental leadership (taking an error in performance as an accelerator for going beyond the possible), standing ovations for the "new" dance pair István and Natalia, the "Kingdom of Shades" with stunning dancers of the ballet ensemble (time could have been definitely longer - it was lovely to watch and analyze the perfection)
  • Tricky: some seats are definitely not for tall people like me (how about mentioning the suitable ones on the seat plan?), feeling a bit absurd with bare feet (in Tevas) buying the ticket
  • Learned: believe in yourself and go for the best (there is always more than you achieved till today (!))
  • Action: taking István's experience (learning from (tiny) mistake at stage performance) for own life. "Go confidently in the direction of your dreams. Live the life you've imagined" - Henry David Thoreau
PS.: Thanks to Ian Whalen for always being a great source of stunning ballet photographies! Actually he danced yeasterday as well in the corps de ballet.


PPS.: Short video sequence of Natalia Sologub and István Simon in La Bayadère

Tuesday, April 12, 2011

Ein Tag voller Überraschungen

Der Morgen beginnt:

Rezension zu Cinderella fertiggeschrieben und gepostet (die Gedanken an die wunderbare Premiere hängen noch immer nach :-))

"2. Schwiegermutter" von Cinderella, Raphaël Coumes-Marquet, auf dem Weg zum Bäcker getroffen

Gespräch mit einem Clustermanager (am Telefon und ca. 5 min (!)) zu geplanter Filmveranstaltung zu TranscendentMan, ich höre Frust in seinen Worten "... wir sind doch eh nur die verlängerte Werkbank des Westens und globalisierter Unternehmen!" (sollte es doch kein weltoffener Hightech-Standort sein? Ein wenig wundere ich mich, doch ähnliche Worte hörte ich erst vor genau einer Woche von einem anderen Clustermanager - alles scheint auf der Lauer zu liegen und auf das Wunder zu warten)

Mittags an der Musikhochschule Carl Maria von Weber am Wettinplatz, ein roter Strick auf weißem Papier schlägt mir von Betonsäulen entgegen "Ist das Kultur oder kann das weg?" - Kundgebung zum Erhalt kultureller Vielfalt in Sachsen am 19.04.2011, 15 Uhr vor dem Sächsischen Landtag Dresden (Bernhard-von-Lindenau-Platz 2) ---- ich erinnere mich an Worte von Frau Dr. Ulrike Hessler, Intendantin der Semperoper, nicht nur in Talkrunden in den letzten beiden Wochen sondern auch im Spielplan 2011/2012 "... weil die Kultureinrichtungen so genannte weiche Standortfaktoren sind, eine hohe, berechenbare Umwegrentabilität besitzen (...) und weil sie Voraussetzungen bieten für eine wirtschaftliche Entwicklung einer Region wie Sachsen, die sich als Hochburg für Zukunftstechnologie versteht." (Seite 6, Saisonvorschau Semperoper Dresden 2011/2012)

Wenig später: zwei Absagen (Computergeschäft und Hightech-Startup), wo ich mich als Callcenter Agent beworben hatte (bei der Firma bin ich bereits seit 2009 persönlich bekannt, wir konnten feststellen, dass ich als Logistiker und findiger IT-Umsetzer durchaus in die Firma passen kann, und ich bin mit dem Geschäftsführer gut bekannt) - Ablehnungsbegründung: (Computergeschäft) = keine; (Hightech-Startup) = "Wir glauben Du bist unterfordert!" - "Verdammt, habe ich mich unklar ausgedrückt? Ich wollte eigentlich nur einen einfachen Job, und Callcenter habe ich von der Pike in der Katastrophe 2002 gelernt, die unterschiedlichsten Fragen und Probleme lösen müssen. Dann war es ähnlich bei BMW in Leipzig, wo ich das "wandelnde Callcenter" war, denn ich war immer und überall im Werk erreichbar, und dank meines seit 10 Jahren aufgebauten und auf dem Smartphone abgespeicherten Netzwerks immer den passenden Ansprechpartner zu finden, mit dem gemeinsam das Problem zu lösen ist" - Habe ich doch etwas falsch verstanden und die Aussagen in der Zeitung die letzten Wochen hießen doch, "Arbeitskräfteüberfluss, bitte verlassen Sie den Freistaat, wenn Sie gut ausgebildet sind und sich auf Veränderungen gut einstellen können!"?! -- noch mehr Fragezeichen poppen in meinem Kopf hoch.

16 Uhr - wieder eine Netzwerkveranstaltung, diesmal der 7. Runde Tisch Technische Visualistik, spannende Vorträge im Bioinnovationszentrum am Tatzberg, komme mit einigen Teilnehmern in Kontakt besser gesagt ins ausführliche Gespräch. Wir kommen auf Hightech in Dresden und da fällt, "Och, das machen wir schon seit 10 Jahren hier!" - Mir fällt es wie Schuppen von den Augen: schon wieder einer von diesen "Hidden Nano Champions" (Hermann Simon, den ich als Professor für Marketing an der Uni Mainz genießen konnte, prägte den Begriff "Hidden Champions" für Unternehmen, die trotz ihrer geringen Größe in ihrem Markt einen überwiegenden Teil des Weltmarkts befriedigen). Das Besondere an "Hidden Nano Champions" ist deren schiere Kleinheit und die klare Nischenstärke (meist Hightech, wie in der Region nicht anders zu erwarten).
Kultur [lat. cultura "Bebauung", "Pflege", "Verehrung"] - was das Land braucht sind nicht die Bewässerer (mit Fördergeldern), die Besucher (die den Garten schön finden, und auch mal einen Gang ins Museum, an den Elbestrom oder die Semperoper und die Landesbühnen Sachsen finden), oder diejenigen, denen es nie recht zu machen ist, da sie den Garten gleich am ersten Tag perfekt sehen möchten.

Es braucht die visionären Gärtner, die die kleinen Samen und das Potential in diesem Land so reich an Hochkultur und Hightech (sowohl in Forschung als auch Wirtschaft, man denke nur an all die Cluster, von "Cool Silicon", "Biosaxony", "Silicon Saxony", und noch viele mehr, zu dem machen was es verdient und auch imstande ist:


Mitteldeutschland 2023 - fruit of small changes today
(Titel eines Kurzvortrags, von mir gehalten auf der Elevatorpitch Night Leipzig 2008 - am Ende der Veranstaltung kam der damalige Clustermanager der Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland, Klaus Wurpts, auf mich zu und fragte mich, "Herr Lippold, können Sie mehr über Ihre Vision sagen? Ich würde gerne mehr wissen darüber.")

Cinderella - Aschenputtel - Aschenbrödel ... three names one story

What could be nicer than attracting friends to a field of art that is for most of us situated only on the large stages of the operas such as Semperoper and somewhat out of scope (so to say)? Starting with the premiere of "Dido and Aeneas" Semper 2 now is attracting a wide range of newcomers and opera lovers. Always a pleasure to see age range from 10 to 80, newcomers and fans alike!

This time the 4th premiere on this cozy stage, just holding 200 seats, in a -you'd think boring-looking- cubicle was coming up with the ballet "Cinderella". Guest choreographer Stijn Celis had adapted the fairy tale with the music by Sergej Prokofjew and others to a one-hour show, which should certainly open some surprises - as the audience experienced pretty soon. For me the first surprise happened minutes before the start - but that's another story, which worked out fine. Patience is what is needed in tough looking situations, as "Cinderella" had to go through later on as well.

Off we go!

First protagonists on stage three man-looking women ("Hm, wasn't it a stepmother with two stepsisters?"). This was the moment to set the mind into gear, recalling the story on mind, racing back in time to the brother Grimm's fairy tale or the famous "3 Nüsse für Aschenbrödel" (a great czechoslovakian movie from the 70's which actually was filmed close by to Dresden, around Schloss Moritzburg). Again and again the ballet plays out surprises with a well-set choreography that -on purpose- leads the audience's minds through the story, sometimes on totally derailed thought routes.

George Hill as stepmother was just as hilarious as "her" two "daughters" (played by Claudio Cangialosi [main protagonist at "Silent Spring" a few weeks earlier] and Jón Vallejo [Franz in "Coppélia" together with Anna Merkulova as Copéllia]). A great compliment to the make-up artists, as this was just created beautifully!

A good start into the story, as the audience eased into to the flow of the story, and minds free to take the action on stage, actually right in front of some visitors (as seating goes well on the very edge of the stage, actually there is no stage, everybody is sitting or playing on the same ground - which makes it a very special feeling, and one "field").

Photo: Costin Radu
When Anna Merkulova appeared on stage in the role of Cinderella she struck again with her strong pantomimic expression, which made once again another shift in the setting that night. Now two counterparts on stage: the natural Cinderella versus the "artificial" stepsisters (which stands for the constraints in life, the struggles everyone of us encounters every day in life).

Being almost part of the play the audience was completely entrenched and part of the play on stage - amazing what can be achieved when it's not world of acting on stage and audience rather a combined "social field" in the room which the dancers had made possible in the first place.

The general take-away from this beautiful evening: life is always a surprise and one has to keep the hands open to capture the love (and personal vision) that arrives often out of the "blue".

  • Good: A big THANK YOU to the whole team especially Anna Merkulova and Guy Albouy (on stage and behind the scenes [there are always surprises, like the snow flakes coming from top, one would not expect that moment], beautiful story setting (Stijn Celis) and costumes (Catherine Voeffray), audience being almost part of the play (sitting along the four walls), a crisp story wonderfully told by all the protagonists, new faces and friends.
  • Tricky: Personally bound too much on the "3 Nüsse für Aschenbrödel" story - had to let go get in the flow of "Cinderella".
  • Learned: I like the short performances a lot, as they enable to condense the essentials of the play and its implications to one's own world and experience much easier also through the closeness to the actors and dancers during the play.
  • Action: Applying Cinderella's view of life even more in own life, enjoy and let the future come.



Sunday, April 3, 2011

Argentina meets Semperoper - That really Ba'rocks

Last Sunday my first encounter with Poppea. This evening then premiere. What would really expect me and the crowd? Some specialities like the orchestra pretty much on same level as audience and the stage overarching the orchestra dip, and lots of really old and unfamiliar instruments to be seen and heard.

But let us start from the beginning - BTW I am writing this blog post in English, as different nations were acting on stage from Argentina, Canada, via US-America to Romania and others, and I would like to let my opera friends outside Germany be part of the journey of tonight's surprise.

1643 - the probable birth year of "L'incoronazione di Poppea" - transferred to 2011 quite a stretch. Should we stick to the old stuff? Of course not, that would not be Semperoper-Style. Florentine Klepper, the current house stage director at Oper Basel is giving her debut at Semperoper, thought different. Taken from the old times are the music (with some surprises as you will see later) and the libretto, most of the rest around the story is adapted to modern times - which actually makes it pretty easy to take the story into current society stage setting.

Short synopsis of story (to be also found here), to have the guiding leash:
Quelle: Matthias Creutziger
"A woman is aiming for the top. Poppea loves Nero, who is (not by coincidence) the ruler of Rome. She skilfully conceals her past and disarms all adversaries until there is nothing which can hinder her coronation.However, Monteverdi not only portrays the life and loves of a high society dream couple. This glamorous existence is counterpoised with the world of the servants and employees, who have their own desires, dreams and ambitious plans. And from the lowest rung of the ladder, things can look completely different …" 

Having seen Entführung aus dem Serail by Wolfgang Amadeus Mozart lately it is rather challenging to adapt to the baroque instruments and music - this counts not just for me but also for quite a few others whom I talk to during the break. These instruments don't have the large volumes rather the subtle differences and this definitely takes time - within the timeframe of over three (3!) hours no problem at all.

Monteverdi's last opera is more suited to the current times, as we may expect when reading about the baroque era. It is all about group dynamics in an society "closed circles" on the top with little open flow into the lower ranks and back up. Doesn't that sound familiar? However Poppea, a rather clever woman with sex appeal and clear goals knows to play the "group dynamics game". Reminds me very strongly of system dynamics and Donella Meadow's work on it. Of course she is not the only one in the game, others interact and for that to make more transparent (as it is not normal in life, where one mostly just has a key hole perspective on the complete field of action) a great white-orange stage construction leads into the "Semper-Sky". As in Rusalka there are several stories going on in parallel and on different stage levels, which (if you haven't read about the story beforehand) can be quite challenging and tiring - opera is not just about singing, the costumes, the stage, but even more the underlying story that knits all together.

I could probably write till next morning, so much has happened during the pretty "kurzweilig" (a reminiscence on Ray Kurzweil) performance - almost three and a half hours of play. One major finding was the diversity of appreciation of the to modern times adapted play till the break. On my left I had the feeling, that the elderly man was not amused at all (he later left the house earlier) and meeting some folks from Hellerau during the break, they really liked the setting and play. Always a good sign, when at break time there is some kind of stillness in the ongoing action. A feeling of uneasiness as one don't know what is going to come, and when and where the climax arises.

While I was strolling around the hallways at Semperoper, getting the feeling of how the play is appreciated or what bothers people. Talking to some people I know, from the Technical University and Gebäudeensemble Hellerau, I realized that some additional background activities like the Introduction Matinees (the next one is for "Street Scene" on 12th of June) are not yet well-known to regular Semperoper visitors.

Two rings and the masses move (interestingly everybody knows what the rings have to mean - despite the different countries, languages and cultures they come from - common understanding exists amongst humans, without putting it into words, just sounds) back inside. This second part of the opera should be really one of surprises. Seeing a baroque guitar playing Argentinian conductor putting the tango feeling into Semperoper within a baroque opera was quite a suprise. With his Argentinian counterpart, Franco Fagioli (Nerone), on stage this duo was the driving force putting everything else in motion around Poppea.

This is not yet finished, and will be continued, as there is so much wisdom within this wonderful opera. Well worth to reflect and bring into real world in more detail.

So what are the four questions and its answers this time on Presencing Status?

  • Good: An awesome playing Nicole Heaston (Poppea), great stage construction offering lots of different stage levels, where different sub plays took place, always transparent and to be fully seen by audience; Rubén Dubrovsky (conductor) playing baroque guitar himself (!); seeing all the protagonists from last Sunday's Introduction Matinee again (especially Vanessa Gokkoetxea, Timothy Oliver, and Georg Zeppenfeld); great timely play connecting to the current situation in the state, region and city of Dresden (in the "wild life" out in the city the processes are not as transparent as we could experience them here at Semperoper tonight - time to learn from the performing arts, especially the field of opera (!)); standing ovations & Bravo screams & yelling of the fans of the ensemble on stage - wouldn't have thought of that before the break (!).
  • Tricky: due to the uprisen orchestra the sound of the instruments in the beginning of the performance somewhat overwhelmed the singers' voices (this leveled over the course of the time), bound to one fixed seat made me somewhat nervous (so many different perspectives to take to understand the play on stage); I'd like to have longer breaks especially during operas as complex as "L'incoronazione di Poppea"and "Rusalka" are.
  • Learned: when there is a dip and you feel uncomfortable (as large parts of the audience seemed to feel at first part till the break), the inner process of "letting go" prepares best for what new emerges; it is the uneasy emotions that make us grow and adapt to new circumstances in life (and over three hours spending at the opera is quite some time ;-)) better than before.
  • Action: definitely hone and finish this article (WIP work in progress), and for next time engage some friends to come along, guiding some opera talk after the performance (Cinderella on 9th of April will first try - meeting in the Café Alte Meister next to Gemäldegalerie - who else is coming? [for reserving a table])

Saturday, April 2, 2011

Barock in Dresden - Insolvent. Wie es dazu kam.

Quelle: Barock Dresdner Tintenmanufaktur
Gestern war bereits der DNN (Dresdner Neueste Nachrichten) zu entnehmen, dass es die Firma Barock bald nicht mehr geben könnte. Heute dann auch in der SZ (Sächsische Zeitung).

Haben wir es hier mit einem Einzelfall zu tun, oder doch mit einem sich ausweitenden Phänomen?

Zwanzig Jahre ist die Wende her und damals übernahmen aus den untergehenden VEBs pfiffige Manager derselben oder aus anderen Teilen des Landes, Teile dieser Konglomerate, und führten sie auf den unternehmerischen Weg, der ihnen jahrzehntelang verwehrt war.

20 Jahre auf der Erfolgsspur und immer älter werdend führt unweigerlich zu einem "Blinden Fleck", die Veränderungen um einen herum und im Geschäftsumfeld wahrzunehmen.

Ähnlich erging es der jahrzehntelang äußerst erfolgreichen Firma DEC Digital Equipement Corporation, die in den 50er Jahren aus einem Computer Science Labor des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dem charismatischen Gründer Ken Olsen hervorging.

Edgar Schein, den ich 2009 während eines Seminars kennenlernte, hat DEC über 30 Jahre als Process Consultant begleitet, und "Aufstieg und Fall von Digital Equipment Corporation" geschrieben. Da auch er sächsische Wurzeln (seine Oma kam aus der Nähe von Bad Schandau) hat schließt sich hier der Bogen.

Was sind unausgesprochenen Annahmen der Gründer oder Geschäftsführer, die ein Abgleiten in den wirtschaftlichen Abgrund oft unausweichlich machen? Welche Gesprächsumgebung öffnet Horizonte für das adaptive Verändern an neue Marktgegebenheiten?

PS.: Artikel zu aktueller Entwicklung in der DNN, und eine ähnliche Geschichte in Sachsen-Anhalt (SPEE)